Aufstieg des Gulf-Spread-Tradings unter Dollarbindung: Qatar und Saudi Commercial Bank werden zu den beiden Hebel-Einlagenstützpunkten der UBS (UBS.US)
Informierten Kreisen zufolge verstärkt UBS Group ihre Bemühungen, Kunden gehebelte Einlagen bei Kreditinstituten im Nahen Osten anzubieten, um von den höheren Sparzinsen in der Region zu profitieren.
German Wirtschaftsapp hat erfahren, dass der internationale Finanzgigant UBS verstärkt die Bargeldbestände seiner Kunden bei Banken im Nahen Osten nutzt. Das Institut wandelt die zuvor gering verzinsten Bargeldpositionen von Ultra-High-Net-Worth-Kunden in einen Leverage-Spread-Deal im Golfraum um – das heißt, Kunden nehmen Kredite auf und investieren diese gebündelt bei Institutionen wie Qatar National Bank und Al Rajhi Bank, die etwa 5 % Sparzins bieten. Dabei profitieren sie von hohen Kundeneinlagen sowie geringeren Währungsrisiken durch die Dollarbindung.
Die neue Strategie steigert die Rendite für die Kunden und erzeugt zugleich Strukturentgelte sowie Finanzierungserträge für UBS. Der Leverage führt jedoch auch zu steigenden Finanzierungskosten, Gegenparteirisiken, Liquiditätsrisiken und Risiken durch Entkopplung von Währungen – insbesondere angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen USA und Iran ist die Neubewertung des Risikoaufschlags im Golfgebiet zu beachten.
Nach Berichten von Medien, die sich auf eingeweihte Kreise berufen, erweitert die UBS-Gruppe derzeit ihr Angebot an leveragten Einlageprodukten bei Banken im Nahen Osten, um von den dortigen höheren Sparzinsen zu profitieren.
Laut Insidern hat der Schweizer Finanzriese vor Kurzem Vermögensverwaltungskunden empfohlen, Einlagen bei Qatar National Bank QPSC mit geliehenen Mitteln zu ergänzen, um die Rendite zu erhöhen. Da die Einzelheiten nicht öffentlich sind, wollen die Informanten anonym bleiben. Qatar National Bank ist die größte Bank dieses auf der reichhaltigen Halbinsel am Persischen Golf gelegenen Landes. Zuvor hatte das in Zürich ansässige Finanzhaus bereits fast identische Produkte für die nach Marktwert größte Bank Saudi-Arabiens – Al Rajhi Bank – angeboten. Die Dollarbindung der saudischen und katarischen Währung reduziert normale Wechselkursschwankungen und macht lokale Einlagen mit hohen Zinsen zu klaren UBS-Leverage-Arbitrageobjekten.
In den letzten Monaten lag die Sparzinsrate bei Al Rajhi Bank bei ca. 5.1 %. Qatar National Bank bot dieses Jahr über ihre Filialen in Doha und London ähnliche Zinssätze für Einlagen ab mindestens 100.000 britischen Pfund (13.6 USD), wobei die endgültige Genehmigung von der britischen Niederlassung erfolgt.
UBS Sprecher verweigerten eine Stellungnahme. Qatar National Bank mit Hauptsitz in Doha antwortete nicht auf Anfragen. Die Bank zählt nach Gesamtvermögen zu den größten Geschäftsbanken im Nahen Osten; größter Anteilseigner ist der katarische Staatsfonds.
Trotz der langanhaltenden USA-Iran-Konflikte, die die Investitionsbereitschaft beeinflussen, unterstreicht dieser Schritt die Bedeutung, die die UBS-Gruppe der wohlhabenden Golfregion beimisst.
Seit Jahresbeginn ist der Preis für die US-ADR Aktien von UBS (UBS.US) um etwa 20 % gestiegen, gestützt durch Diversifizierungsstrategien und den Boom bei Aktienanlagen von High-Net-Worth-Kunden – eine deutliche Outperformance gegenüber dem S&P 500 Index.
Die auf einige der größten Banken im Nahen Osten ausgerichtete Einlagenstrategie ist faktisch eine Form des Spread-Trades. Da Saudi Riyal und Qatar Riyal an den Dollar gekoppelt sind, bleibt das Währungsrisiko begrenzt.
Banken mit leveragten Einlagen erzielen Einkünfte durch Strukturentgelte und bieten Finanzierung für Kunden, die die eher risikoarmen Teile ihres Portfolios renditestärker machen wollen. Eine UBS-Umfrage unter 307 Investmentgesellschaften, die Vermögen für Ultra-High-Net-Worth-Familien verwalten, ergab für 2025 eine durchschnittliche Portfoliobelegung mit Cash von etwa 9 %.
Banken im Nahen Osten bieten attraktive Sparzinsen, was die Größe der heimischen Projekte im Golf unterstreicht – etwa die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Qatar, die es den lokalen Banken erleichtert, zusätzliches globales Kapital zu gewinnen und so den steigenden nationalen Finanzierungsbedarf abzufedern.
Qatar National Bank ist eine zentrale Finanzierungsquelle für die Energiebranche; diese hat Qatar zu einem der weltweit größten Anbieter von verflüssigtem Erdgas gemacht. In den letzten zehn Jahren hat die Bank ihr internationales Geschäft etwa in Türkei und Ägypten ausgebaut, um zusätzliche Einlagen zu generieren.
Bis Juni belief sich das verwaltete Gesamtvermögen der Bank auf 1.4 Billionen Qatar Riyal (etwa 395 Milliarden USD). In den letzten zehn Jahren stieg das Verhältnis von Krediten zu Einlagen um fast 10 %, was das Wachstum des Kreditgeschäfts verdeutlicht. Laut Bloomberg-Daten lag im ersten Halbjahr der Anteil der als notleidend eingestuften Kredite bei Qatar National Bank bei 2.5 % – weniger als die Hälfte des Spitzenwerts im Golfraum.
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