VIX steigt auf 18, Optionsumsätze verdoppeln sich: Händler setzen darauf, dass KI-Risiken beängstigender sind als Zinserhöhungen der Fed
US-Optionshändler halten die Debatte über die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung für disruptiver als die Zinserhöhungen der Federal Reserve. Das Volumen der VIX-Optionen hat sich verdoppelt, und Kapital strömt in Hedges, um sich gegen extreme Schwankungen von Technologiewerten abzusichern.
Die APP von Zhihu Finance stellt fest, dass Optionshändler im aktuellen US-Aktienmarkt klar gemacht haben, welches der beiden großen Bedrohungsszenarien als das größere "Monster" mit mehr Potenzial zur Störung des KI-Handels gilt.
Der durch den Volatilitätsindex der Chicago Board Options Exchange (VIX) gemessene Schwankungsgrad sprang am Montag auf 18, wobei das Handelsvolumen der Optionen auf diesem Index auf mehr als das Doppelte des 30-Tage-Durchschnitts kletterte. Gleichzeitig zogen Halbleiter- und Rechenzentrumsaktien den S&P 500 nach unten. Die schwache Performance dieser Aktien resultiert aus einer erneut entfachten Debatte unter Technologieführern und Politikern darüber, ob der Ausbau der KI-Infrastruktur zu schnell vorangetrieben wird.
Bis zur Mittagszeit gehörten drei der fünf meistgekauften VIX-Kontrakte zu den Call-Optionen. Der größte Einzeldeal des Tages war der Kauf von Call-Optionen mit einem Ausübungspreis von 31, Verfall Mitte November, für mindestens 3,6 Millionen US-Dollar.
Der vorherige Freitag zeigte nahezu das komplette Gegenteil – trotz Inflationsdaten, die die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve bei der Sitzung dieser Woche auf 90% ansteigen ließen, gab der VIX seine zweitägigen Gewinne wieder ab. Laut einer Analyse der in New York ansässigen Optionsmanagementgesellschaft Carrick Lane betrug die für den S&P 500 zum Wochenausblick für den 18. September bewertete implizite Volatilität zum Börsenschluss am vergangenen Freitag 0,8% und lag damit unter dem 50. Perzentil der normalerweise für Wochen mit FOMC-Sitzungen erwarteten Volatilität.
Im laufenden Monat fiel der VIX bei stetig steigender Zinserhöhungserwartung zeitweise auf einen Jahrestiefststand unter 14. John Marshall von Carrick Lane erklärte, dass der Rückgang des VIX nach Veröffentlichung der Inflationsdaten letzten Freitag darauf hindeute, dass sich der Markt schrittweise an ein höheres Zinsumfeld anpasst.
Marshall sagte: "Offensichtlich scheint man im Aktienmarkt davon auszugehen, dass das Ergebnis der FOMC-Sitzung feststeht und das Interesse sich daher auf KI richtet. Das Risiko im Technologiesektor und das Zinsrisiko waren traditionell miteinander verknüpft, da Technologiewerte zu den Langfrist-Assets zählen. Doch vielleicht ist die Zeit für KI gerade jetzt, und auch die Gewinne sind aktuell, sodass man sie nicht als ferne Zukunft bewertet."
Bemerkenswert ist, dass die Zinsvolatilität am Gesamtmarkt nicht verschwunden ist. Laut einem Bericht von Mandy Xu, Leiterin Intelligence für Derivatemärkte bei Cboe, stieg der Merrill Options Volatility Estimate (MOVE)-Index, der die Schwankungen von US-Staatsanleihen misst, in der vergangenen Woche um 10 Punkte und erreichte das 92. Perzentil.
Analog dazu zeigen Marshalls Analysen, dass bei zinsabhängigen Anlageprodukten – wie dem iShares 7-10 Year US Treasury Bond ETF (IEF) und dem Vanguard Real Estate Index Fund ETF (VNQ) – die Bewertung der Volatilitätsoptionen jeweils über dem 90. beziehungsweise 80. Perzentil liegen.
Die Bewertung der Volatilität am Anleihemarkt scheint jedoch kein entscheidender Faktor für den Aktienmarkt zu sein. Mit freundlich tendierenden Aktienmärkten am Montag stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der Sitzung am Mittwoch auf über 91%.
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