Bitcoin-Treasury-Unternehmen setzen weiterhin auf frisches Kapital vom Aktienmarkt, um ihre Reserven auszubauen, und Capital B liefert dafür das jüngste Beispiel. Das französische Unternehmen hat 376 Bitcoin für 25,3 Millionen Euro (rund 29,5 Millionen US-Dollar) gekauft und hält damit nun insgesamt 3.521 BTC.
Der Kauf zeigt, dass die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin trotz schwankender Kurse ungebrochen ist – finanziert wird sie jedoch überwiegend über neue Kapitalerhöhungen statt über operativen Cashflow. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie tragfähig dieses Modell auf Dauer ist.
Capital B kauft 376 Bitcoin für 25,3 Millionen Euro
Laut einer Unternehmensmitteilung vom 7. September 2026 erwarb Capital B die 376 BTC zu einem Durchschnittspreis von 67.182 Euro pro Coin. Ausgeführt wurde der Kauf über Swissquote Bank Europe, während Taurus die Verwahrung der Coins übernimmt.
Finanziert wurde die Transaktion durch rund 30,1 Millionen Euro an Kapitalerhöhungen, darunter eine Privatplatzierung, die von den Investoren Adam Back und TOBAM unterstützt wurde. Insgesamt hat Capital B damit bereits 309,4 Millionen Euro in seine Bitcoin-Reserve investiert, bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von 87.878 Euro je BTC. Details zur Transaktion finden sich in der offiziellen Mitteilung des Unternehmens.
Was der Kauf für die Bitcoin-Treasury-Welle bedeutet
Der Kauf reiht sich in ein Muster ein, das Cointelegraph als anhaltende institutionelle Bitcoin-Akkumulation beschreibt: Unternehmen greifen zunehmend auf Kapitalmärkte zurück, statt auf operativen Cashflow zu warten, um ihre Treasury-Bestände zu erweitern. Genau dieses Finanzierungsmodell hat sich seit Michael Saylors Strategy als Blaupause etabliert, wie auch ein Blick auf Strategys Aktienemissionen für Bitcoin-Käufe zeigt.
Für Capital B war der jüngste Zukauf der größte seit September 2025, als das Unternehmen 551 BTC für 54,7 Millionen Euro erwarb. Die Wette der Aktionäre bleibt dabei zweiseitig: Steigt der Bitcoin-Kurs, profitiert das Unternehmen von seiner wachsenden Exposition. Fällt er, rückt die Verwässerung durch immer neue Kapitalerhöhungen stärker in den Fokus.
Capital B rückt in der Rangliste vor
Laut BitcoinTreasuries.net rückte Capital B durch den Kauf auf Platz 25 unter den börsennotierten Bitcoin-Haltern vor. Damit liegt das Unternehmen 15 BTC vor der H100 Group, die im August durch die Übernahme norwegischer Gesellschaften auf 3.506 BTC kam – ein Vergleich, der sich auch bei anderen wachsenden Treasury-Beständen wie in Strives jüngstem Bitcoin-Zuwachs zeigt. Beide bleiben jedoch hinter der deutschen Bitcoin Group SE mit 3.605 BTC zurück.
Weiter oben in der Rangliste sortieren sich deutlich größere Player: Metaplanet kaufte im zweiten Quartal 2.823 BTC für rund 222 Millionen US-Dollar und hält inzwischen 43.000 BTC, während Strategy im August nach zweimonatiger Pause 4.603 BTC für 370 Millionen US-Dollar erwarb und damit auf 845.050 BTC kommt. Nicht jedes Unternehmen fährt jedoch dieselbe Richtung – während Capital B aufstockt, zeigt etwa der Fall von Hyperscale Data, dass manche Firmen ihre Bitcoin-Reserven auch wieder abbauen. Die zusätzlichen 61 BTC, die Capital B für operative Zwecke separat hält, fließen dabei ausdrücklich nicht in den offiziellen Treasury-Bestand von 3.521 BTC ein.
Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026


