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Wochenendzahlungen in Minuten: DBS und Citi testen Tokenisierung

Wochenendzahlungen in Minuten: DBS und Citi testen Tokenisierung

CoinciergeCoincierge2026/09/08 14:06
Von:Coincierge
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DBS und Citi haben am Samstag, den 5. September 2026, eine grenzüberschreitende US-Dollar-Zahlung zwischen Singapur und Citis New Yorker Niederlassung über tokenisierte Einlagen abgewickelt – abgeschlossen in Minuten statt der sonst üblichen bis zu zwei Geschäftstage. Für Unternehmen, die rund um die Uhr grenzüberschreitend Geld bewegen müssen, ist das ein konkreter Fortschritt weg von starren Bankzeiten hin zu einer permanent verfügbaren Zahlungsinfrastruktur.

DBS und Citi testen Wochenendzahlung über tokenisierte Einlagen

Die Transaktion zwischen DBS in Singapur und der New Yorker Niederlassung von Citi lief über das SWIFT Digital Ledger und wurde laut Angaben beider Banken vom Montag in wenigen Minuten abgeschlossen. Normalerweise können grenzüberschreitende Zahlungen wegen Wochenendschließungen und Zeitzonenunterschieden bis zu zwei Geschäftstage in Anspruch nehmen.

Der Test ist Teil einer kontrollierten Proof-of-Concept-Phase, die von Juli bis Dezember 2026 läuft. Rachel Chew, Group Chief Operating Officer und Co-Head of Digital Assets für Global Transaction Services bei DBS, brachte den Kern des Vorhabens auf den Punkt: „In a global digital economy that never sleeps, businesses need to move money more quickly and efficiently across borders to stay competitive.“

Warum der Test über den Einzelfall hinausweist

Der Hintergrund ist ein wachsender Bedarf an schnelleren Liquiditätsmanagement-Tools für Branchen, die faktisch nie schließen – E-Commerce und digitale Dienstleistungen allen voran. Das Volumen ausgehender grenzüberschreitender Zahlungen in Asien soll von 13,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 auf nahezu 24 Billionen US-Dollar bis 2033 steigen.

Das SWIFT Ledger nutzt dafür eine gemeinsame Blockchain-basierte Infrastruktur, die sofortige Zahlungszusagen über tokenisierte Einlagen ermöglicht und dabei auf etablierte Mechanismen wie Real-Time Gross Settlement zurückgreift. Wie weit diese Zusagen bereits eine vollständig finale Abwicklung im klassischen Sinne ersetzen oder zunächst primär die Kommunikation zwischen Bank-eigenen Systemen beschleunigen, lässt der aktuelle Primärbericht offen – hier bleibt der Piloteinsatz noch begrenzt und experimentell, wie auch Berichte zu weiteren Blockchain-Netzwerken von Banken zeigen.

Citi und DBS bauen ihre Tokenisierungs-Infrastruktur aus

Debopama Sen, Leiterin Payments im Services-Geschäft von Citi, ordnete den Piloten am 2. September ein: „This pilot represents a crucial step in exploring how we can leverage the power of shared ledger technology to create a more efficient, interoperable and always-on global financial system.“

Mridula Iyer, Head of Services für Asia South bei Citi, beschrieb den Test als natürliche Erweiterung der Strategie, traditionelles Cash Management und Securities-Geschäft mit tokenisierten Netzwerken zu verbinden. Citis 24/7-USD-Clearing-Lösung bedient bereits mehr als 300 globale Bankkunden, während die blockchainbasierte Plattform Citi Token Services rund 1 Milliarde US-Dollar an Transaktionen verarbeitet – ein Kontext, der sich auch bei früheren institutionellen Blockchain-Projekten von Citi zeigte.

DBS, Citi, OCBC und UOB im entstehenden Bankennetzwerk

Der DBS-Citi-Test folgt auf frühere Live-Transaktionen, die Citi im Nahen Osten mit First Abu Dhabi Bank sowie in Südostasien mit OCBC durchgeführt hat. UOB soll noch im September eine eigene US-Dollar-Transaktion mit Citi ausführen.

DBS hatte bereits 2024 eine blockchainbasierte Banking-Suite inklusive Treasury Tokens für sofortige Wertübertragungen gestartet und ist laut eigenen Angaben die einzige asiatisch beheimatete Bank in SWIFTs zwölfköpfiger Core Design Group für die Digital-Ledger-Architektur. Laut einem DBS-Bericht von Juli 2025 prüfen rund 50 Prozent der Finanzverantwortlichen bereits blockchainbasierte Fähigkeiten für Liquiditäts- und Devisenrisikomanagement.

Nächste Transaktionen und Skalierungsfrage

Der kontrollierte Proof of Concept läuft bis Ende 2026, mit der angekündigten Citi-UOB-Transaktion als nächstem sichtbarem Meilenstein. DBS geht davon aus, dass Investitionen in tokenisierte Finanzlösungen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre zu den Ausgaben für traditionelle Zahlungs- und Verwahrungsdienste aufschließen oder diese sogar übertreffen könnten.

Vom Wochenendtest zur belastbaren Zahlungsinfrastruktur?

Für Unternehmen bedeutet die bank-eigene Nutzung tokenisierter Einlagen potenziell mehr Zahlungssicherheit und schnelleren Zugang zu Liquidität über Grenzen hinweg. Bislang handelt es sich aber um einen kontrollierten Pilotversuch einzelner Bankpaare, nicht um einen breit verfügbaren Zahlungsdienst.

Ob sich der demonstrierte Wochenendvorteil über einzelne Testfälle wie DBS-Citi hinaus skalieren lässt, dürfte sich erst mit dem Abschluss der Pilotphase im Dezember 2026 und weiteren angekündigten Transaktionen wie jener zwischen Citi und UOB zeigen.

Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026

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