154,06! Der Yen steigt auf das höchste Niveau seit Februar und übertrifft den Höhepunkt der gemeinsamen Intervention Japans und der USA
Der Yen-Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar stieg auf den höchsten Stand seit Februar dieses Jahres und durchbrach kräftig den zuvor durch die gemeinsame Intervention Japans und der USA gesetzten Höchstwert. Die Marktprognosen für eine Zinserhöhung durch die Bank of Japan nehmen stetig zu, verstärkt durch mehrere miteinander resonierende technische Faktoren, wodurch die aktuelle Aufwärtsbewegung die Ergebnisse früherer politischer Interventionen übertraf.
Während der Londoner Handelssitzung am Montag stieg der Yen zeitweise um 1,4 % auf 154,06 und zeigte einen starken Anstieg im Tagesverlauf. In der asiatisch-pazifischen Sitzung am Dienstag wertete der Yen weiter auf und durchbrach die Marke von 154.
(15-Minuten-Chart des USD/JPY, invertierte Achse)
Trader gehen allgemein davon aus, dass die geringe Liquidität durch den US-Feiertag die Preisvolatilität verschärft. Gleichzeitig fiel der USD/JPY unter die wichtige Unterstützung von 155, wodurch eine große Anzahl von Stop-Loss-Orders ausgelöst wurde. Optionshändler waren gezwungen, den US-Dollar zu verkaufen, was die Yen-Aufwertung weiter beschleunigte.
Der Yen hatte in der vergangenen Woche bereits um 2,4 % zugelegt. Diese Rallye lenkte die Aufmerksamkeit des Marktes stark auf die geldpolitische Sitzung der Bank of Japan am 18. September.
Technischer Durchbruch: Verlust der 155er Marke löst Kettenreaktion aus
Der Verlust der 155er Marke ist von großer technischer Bedeutung für den Markt.
Masahiko Loo, Senior Fixed Income Strategist bei State Street Asset Management, erklärt:
Der Durchbruch des Yen unter 155 ist bedeutend, da dieses Niveau zuvor nach den Interventionen als Boden fungierte.
Laut Bloomberg, das sich auf einen mit den Handelsbedingungen vertrauten Trader beruft, wurde unterhalb von 155 eine große Anzahl von Stop-Loss-Orders ausgelöst, woraufhin Optionshändler zum Verkauf des US-Dollars gezwungen wurden und das Ausmaß der Yen-Aufwertung weiter verstärkten.
Motonari Sakai, Chief Manager für Devisen- und Finanzprodukte bei Mitsubishi UFJ Trust Bank, weist darauf hin:
Da sich der Markt während der Schließung von New York häufig volatil verhält, sollte jeder Abwärtsdruck äußerst sorgfältig beobachtet werden.
Sakai gibt zudem technische Zielzonen an:
Das primäre Ziel nach unten für USD/JPY liegt nahe dem Februartief bei 154 Yen. Wenn dieses Niveau unterschritten wird, gibt es erst im Bereich um 152 Yen eine deutlichere Unterstützung.
Zinserwartungen und Anlageumschichtungen
Die derzeitige Yen-Rallye wird von stärkeren fundamentalen Faktoren getragen.
In der vergangenen Woche verstärkte die Äußerung von Hajime Takata, Mitglied des Komitees der Bank of Japan, die Erwartung einer aggressiveren Zinserhöhungspolitik erheblich. Er stellte klar, dass das Ausmaß der zukünftigen Zinsschritte nicht starr auf 25 Basispunkte begrenzt werde und dass die Zentralbank im Normalfall durchaus eine Strategie "aufeinanderfolgender Zinserhöhungen" verfolgen könne.
Gleichzeitig spekulierten die Märkte über mögliche Anpassungen in der Asset-Allokation des japanischen staatlichen Pensionsfonds (GPIF), was dem Yen zusätzliche Unterstützung gab. Fixed Income Strategist Masahiko Loo wies zudem darauf hin, dass der Monatsbeginn typischerweise von aktiven Portfolioumschichtungen echter Gelder begleitet wird und diese saisonalen Faktoren dem Yen ebenfalls helfen.
Makrostratege Skylar Montgomery Koning schrieb in Bloomberg:
Die Voraussetzungen für einen schnellen Anstieg des Yen bauen sich auf. Der Rückgang der Ölpreise stärkt den Yen durch verbesserte Handelsbedingungen für Japan; vor dem Hintergrund günstigerer inländischer Fundamentaldaten fiel der USD/JPY folglich unter die Marke von 155.
Yen-Rallye zeigt größere Nachhaltigkeit
Im Gegensatz zu früher auf Interventionen basierenden Erholungen sind viele Marktteilnehmer der Ansicht, dass die aktuelle Yen-Stärke mehr endogenen Charakter hat und deutlich nachhaltiger ist.
Van Luu, Globaler Leiter für Fixed Income und FX Solutions bei Russell Investments, erklärt:
Dies fühlt sich wie der Beginn einer viel größeren Bewegung an. Die Auswirkungen der ersten Intervention sind verschwunden, und wenn die Marktbeobachter recht behalten, scheint die zweite Aufwärtswelle von mehr Faktoren getrieben zu werden, was dieser Entwicklung eine viel tiefere Bedeutung verleiht.
BNY Senior Strategist Geoff Yu betonte, dass das Niveau von 160 mittlerweile "eine gewisse Abschreckung" geschaffen hat, was darauf hindeutet, dass die Grenze der Markttoleranz gegenüber einer übermäßigen Yen-Abwertung klarer definiert ist.
Auch Signale vom Optionsmarkt bestätigen diese Einschätzung. Am vergangenen Freitag stieg die implizite Volatilität von Yen-Optionen auf den höchsten Wert seit Januar dieses Jahres; die Option-Prämien auf weitere Yen-Aufwertung erreichten nahezu das Zyklushoch, und zeigen, dass Trader aktiv auf eine anhaltende Yen-Stärke setzen.
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