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Die Inflation im Euroraum steigt im August auf ein Dreijahreshoch – steht eine Zinserhöhung der EZB in der nächsten Woche fest?

Die Inflation im Euroraum steigt im August auf ein Dreijahreshoch – steht eine Zinserhöhung der EZB in der nächsten Woche fest?

华尔街见闻华尔街见闻2026/09/01 10:20
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Die Inflation im Euroraum hat sich unter dem Einfluss steigender Energiepreise erneut beschleunigt, wodurch eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September nahezu als sicher gilt. Gleichzeitig ist die Kerninflation überraschend zurückgegangen, was bedeutet, dass der Markt hinsichtlich des weiteren geldpolitischen Weges nach September weiterhin uneinheitlich ist.

Am Dienstag veröffentlichte Eurostat die Daten, der Verbraucherpreisindex (CPI) im Euroraum stieg im August im Jahresvergleich um 3,3 %, gegenüber 2,9 % im Juli und erreichte damit das höchste Niveau seit September 2023, was den Markterwartungen gemäß einer Bloomberg-Umfrage entspricht. Der Markt hat mittlerweile fast vollständig eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um 25 Basispunkte am 10. September eingepreist, wodurch der Einlagenzinssatz auf 2,50 % steigen würde.

Der Anstieg der Inflation wurde hauptsächlich durch die Energiepreise angetrieben. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten treibt die Preise für Rohöl und Erdgas weiter in die Höhe und schlägt allmählich auch auf den Konsum durch. Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, erklärte letzte Woche, dass die Kreditkosten weiter steigen müssten, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zurückzuführen.

Martin Kocher, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, sagte am Dienstag ebenfalls, „Das Risiko eines weiteren Anstiegs der Inflation ist zuletzt erneut gestiegen.“ Sollte die neue Prognose der Europäischen Zentralbank diese Einschätzung bestätigen, „wird es in naher Zukunft erneut erforderlich sein, die Zinsen anzuheben.“

Energiepreise treiben die Inflation, Kerninflation fällt überraschend

Die aktuelle Beschleunigung der Inflation wurde fast ausschließlich durch die steigenden Energiekosten verursacht.

Mit den steigenden Preisen für Rohöl und Erdgas erweiterten die Raffinerien ihre Gewinnspannen, und die Energiepreise stiegen deutlich. In Italien erhöhte sich die Inflationsrate im August von 2,9 % auf 3,2 %, und die zuvor veröffentlichten Daten für Spanien zeigten sogar einen Anstieg auf 4,5 %; auch in den beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland und Frankreich, beschleunigte sich die Inflation.

Doch die Kerninflationsrate, die Lebensmittel und Energie ausklammert, fiel überraschend von 2,5 % auf 2,4 %; die Inflation im Dienstleistungssektor sank von 3,3 % auf 3,0 %.

David Powell, leitender Eurozone-Ökonom bei Bloomberg, betonte, dass der starke Anstieg der Gesamtinflation im Gegensatz zum Rückgang der Kernpreise steht und dies die Annahme unterstützt, dass die Europäische Zentralbank ihre Politik nicht so stark straffen wird, wie es die Finanzmärkte derzeit erwarten. Mit der Abkühlung des Arbeitsmarktes könnte die Weitergabe der Rohstoffpreise auf Waren und Dienstleistungen begrenzt werden, doch falls der Energieschock länger anhält, könnte eine erneute Zinserhöhung im Dezember wieder zum Thema werden.

Zinserhöhung im September fast sicher, weitere Weg bleibt umstritten

Die Daten vom Dienstag entsprechen im Wesentlichen den Erwartungen der Europäischen Zentralbank, daher wird die Anhebung des Einlagenzinssatzes auf 2,50 % am 10. September voraussichtlich eine relativ reibungslose Entscheidung sein. Der Fokus des Marktes verschiebt sich damit von der Frage „Wird im September erhöht?“ hin zu „Ist 2,5 % das endgültige Ziel?“

Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, sagte zuvor, dass 2,5 % am oberen Ende des sogenannten „neutralen Bereichs“ liegen. Einige Funktionäre meinen jüngst, dass bei anhaltendem Energieschock der Leitzins über 2,5 % steigen müsste; Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, plädiert jedoch für Vorsicht, da die durch den Krieg ausgelösten Zweitrundeneffekte der Inflation noch nicht vollständig sichtbar seien.

Derzeit erwarten die meisten Ökonomen, dass die Europäische Zentralbank nach der Zinserhöhung im September eine Pause einlegen und die Zinssätze bei etwa 2,5 % belassen wird. Ein schwacher Arbeitsmarkt, ein geringes Lohnwachstum und eine niedrige Wachstumsrate von etwa 1 % schränken den Spielraum für eine weitere Straffung der Politik ein.

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Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.

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