Der US-Dollar verliert zwei Monate in Folge, US-Finanzministerium kauft Anleihen zurück und vertreibt spekulative Long-Positionen; Hawkischer Kurs von Waller sorgt nur für eine eintägige Erholung
Unter dem Einfluss der erneuten Entschlossenheit der Federal Reserve zur Inflationsbekämpfung und den politischen Signalen des US-Finanzministeriums zur beschleunigten Rückkaufpolitik von Staatsanleihen setzte der US-Dollar seinen Abwärtstrend im August fort und verzeichnete den zweiten Monatsrückgang in Folge.
Im August kündigte US-Finanzministerin Yellen unerwartet eine Ausweitung des Rückkaufprogramms für Staatsanleihen an, was ausländische Investoren erschütterte und neue Spekulationen darüber entfachte, ob die US-Politik darauf abzielt, den Dollar gezielt zu schwächen.
Hedgefonds, Vermögensverwalter und andere Spekulanten reduzierten daraufhin ihre Long-Positionen im Dollar. Am Montag erklärte Yellen zudem öffentlich, sie stimme mit Fed-Chef Waller in Bezug auf Anleihen "überein".
Diese Reihe von Signalen dämpfte die Erholungsdynamik des Dollar. Obwohl Waller am vergangenen Freitag versprach, die US-Inflationsrate auf das 2%-Ziel zurückzuführen und den Dollar zu einer Tagesrallye antrieb, fiel der Dollar am Montag direkt um 0,2 %. Der Bloomberg Dollar Spot Index verzeichnete im August einen Gesamtrückgang von 0,9 % und setzt damit den Rückgang von 1,3 % im Juli fort.

Trader setzen verstärkt auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve für dieses Jahr, wobei die Marktbewertung für eine Zinserhöhung im September bei über 50 % liegt. Erik Nelson, Stratege bei Wells Fargo, warnt jedoch, sollte die Fed die eingepreiste Zinserhöhung nicht umsetzen, könnte die Dollar-Schwäche im September anhalten.
Dollar-Longs abgebaut nach Rückkäufen durch US-Finanzministerium – Interventionismus dominiert Dollar-Bewertung
Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel im August um 0,9 % und setzt damit den bereits im Juli verzeichneten Rückgang von 1,3 % fort. In fünf der ersten acht Monate dieses Jahres wurde ein Rückgang verbucht – der längste Abwärtszyklus seit Februar.
Der zentrale Negativfaktor stammt aus den Schuldenmanagement-Maßnahmen des US-Finanzministeriums. Zu Monatsbeginn kündigte Yellen eine Ausweitung des Anleihe-Rückkaufs an, erschütterte das Vertrauen ausländischer Investoren und befeuerte erneut Spekulationen, dass die US-Politik eine Schwächung des Dollars anstrebt.
Tatiana Darie, Makrostrategin bei Markets Live, wies darauf hin, dass Waller mit der Bestätigung des Inflationsziels die Sorgen über die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik entschärfte – Yellens jüngste Aussagen erinnern Investoren jedoch daran, dass interventionistische Maßnahmen eine zusätzliche Ebene politischer Risiken für den Dollar schaffen.
Falkenhafte Aussagen stoppen vorübergehend den Abwärtstrend, Zinserwartungen steigen wieder
Wallers harte Aussagen zum Inflationsziel brachten dem Dollar kurzzeitig Rückenwind und führten zu neuen Zinserhöhungserwartungen. Händler bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September inzwischen auf über 50 %.
Erik Nelson von Wells Fargo glaubt, dass diese Marktbewertung nicht von Dauer sein muss. Er sagt:
Die Federal Reserve könnte die eingepreiste Zinserhöhung im September nicht umsetzen, was den Dollar im September schwächen würde.
Bemerkenswert ist, dass Waller traditionell keine Voraborientierungen gibt. Das bedeutet: Jedes einzelne Konjunkturdaten kann Auslöser für eine Neubewertung durch die Märkte sein. Die implizite Einmonats-Volatilität des Dollar-Index ist in den letzten beiden Handelstagen bereits deutlich gestiegen.
Überlagerte politische Signale: US-Arbeitsmarktdaten als Schlüsselvariable
Angesichts der sich überlagernden Signale von Fed und US-Finanzministerium steigt die Sensibilität des Marktes für Makrodaten rapide an.
Der Fokus der Woche richtet sich nun auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Da Waller sich gegen eine Vorabkommunikation ausspricht, gewinnt jeder aufkommende Datenpunkt an Bedeutung und kann als Katalysator für die Märkte wirken.
Alex Cohen, Devisenstratege bei Bank of America, sagt, dass die Augustdaten der USA entscheidend sind: Schwache Beschäftigung und Inflation können die Zinserhöhung stoppen – jede positive Überraschung bedeutet für die Federal Reserve jedoch eine weitere große Bewährungsprobe.
Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wird der erste entscheidende Stichtag für die weitere Dollar-Entwicklung sein.

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