Citi: Das Permian-Becken wird zur größten Erdgasregion der USA, der Strom von „begleitendem Gas“ könnte die langfristig steigende Logik der Gaspreise schwächen.
Das Permbecken wird zum größten Erdgasproduktionsstandort der USA und löst damit das seit 2012 führende Marcellus-Schiefergebiet ab.
Laut der Smart Finance APP steht das „Herz“ der amerikanischen Schieferrevolution – das Permian Basin – an einem historischen Wendepunkt. Nach den neuesten Prognosen von Citi-Analysten wird dieses weltweit produktivste Schieferöl-Gebiet bis zum Ende dieses Jahrzehnts auch zum größten US-Erdgasproduktionsstandort aufsteigen und damit das seit 2012 führende Marcellus-Schieferfeld ablösen.
Der Aufstieg des Permian Basins wird das Gefüge des US-Erdgasmarkts verändern und den Markt in Richtung einer Region verschieben, die „unempfindlich gegenüber Gaspreisen, aber sensibel gegenüber Ölpreisen“ ist. Das Permian Basin erstreckt sich über Westtexas sowie den Südosten von New Mexico, wobei das Erdgas hauptsächlich als Begleitgas bei der Rohölförderung anfällt. Anders als im Marcellus-Feld bestimmt im Permian Basin überwiegend der Ölpreis die Produktion; Erdgas ist hier ein unbeabsichtigtes, mitunter sogar unerwünschtes Nebenprodukt.
Laut Citi-Analyst Scott Gruber könnte das Permian Basin bereits im Jahr 2030 zum größten US-Erdgasproduktionsstandort werden, wobei das Tempo teilweise vom Ölpreis abhängen wird.
Der Preis des Schieferölbooms: Pipelines an ihrer Kapazitätsgrenze, Erdgas wird zum „negativen Vermögenswert“
In diesem Jahr kam es im Permian Basin vier Monate in Folge zu der extremen Situation negativer Erdgaspreise. Die Ursache ist nicht kompliziert: Die Rohölproduktion steigt kontinuierlich, das anfallende Begleitgas strömt unaufhörlich auf den Markt, während die Export-Pipelines bereits ausgelastet sind. Einige Produzenten waren gezwungen, besonders gasreiche Ölquellen stillzulegen, um Verluste zu begrenzen. Allerdings entspannt sich dieses Nadelöhr derzeit. In Texas haben mehrere neue Pipeline-Projekte zur Erdgasbeförderung kürzlich eine Finanzierung erhalten, sodass ihr Bau helfen dürfte, das Preisungleichgewicht zu lindern.
Das zusätzliche Angebot aus dem Permian wird auch die Bedeutung anderer US-Schiefergasgebiete verschieben. Hauptgasfelder wie Haynesville im Nordwesten Louisianas und in Ost-Texas müssen künftig nicht mehr stark expandieren, um die wachsende Nachfrage zu decken – da das Permian Basin die Lücke füllt.
Noch wichtiger: Mit dem schrittweisen Start zahlreicher US-Terminals für den Export von Flüssigerdgas (LNG) und dem enormen Strombedarf durch AI-Rechenzentren befürchtete der Markt bislang, dass Angebotssorgen die Gaspreise in die Höhe treiben könnten. Citi glaubt jedoch, dass das anhaltende Produktionswachstum im Permian diese Belastung wirksam abfedern und somit die längerfristigen Argumente für steigende Gaspreise „abschwächen“ wird.
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