Die offenen Stellen im Juli in den USA (JOLTS) lagen den zweiten Monat in Folge unter den Erwartungen.
Die Zahl der offenen Stellen in den USA stieg im Juli auf 7,27 Millionen, höher als die nach unten revidierten 7,18 Millionen im Juni, aber unter den erwarteten 7,31 Millionen. Die Zahl der offenen Stellen im verarbeitenden Gewerbe erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2023, und auch der Bausektor verzeichnete den höchsten Wert seit August 2024. Gleichzeitig sank die Zahl der Entlassungen im Juli auf den niedrigsten Stand seit Januar dieses Jahres, während die "Kündigungsquote" der Mitarbeiter leicht auf 1,9 % zurückging. Die Arbeitsmarktliquidität bleibt weiterhin niedrig.
Nach fünf aufeinanderfolgenden Monaten mit über den Erwartungen liegenden Zahlen (einschließlich zweier starker Ausreißer nach oben im April und Mai und keiner einzigen Enttäuschung seit 2025) zeigte der letzte JOLTS-Bericht überraschend eine deutliche Abkühlung. Auch die aktuellen Daten zu offenen Stellen in den USA blieben nun zum zweiten Mal in Folge unter den Erwartungen.
Wie das Bureau of Labor Statistics am Dienstag bekanntgab, stiegen die offenen Stellen im Juli auf 7,27 Millionen, nach revidierten 7,18 Millionen im Juni, lagen damit jedoch leicht unter den Markterwartungen von 7,31 Millionen.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Juni-Zahlen deutlich nach unten korrigiert wurden – um fast 200.000, von 7,359 Millionen auf 7,182 Millionen. Das ist die stärkste Negativkorrektur seit 2025.


Gleichzeitig sank die Zahl der Entlassungen auf den niedrigsten Stand seit Januar dieses Jahres, was darauf hindeutet, dass Unternehmen zwar vorsichtig bei Expansionen bleiben, aber keine Anzeichen für großangelegte Stellenstreichungen zeigen.
Vor der Veröffentlichung dieser Zahlen charakterisierte Fed-Vorsitzender Waller am 28. August in Jackson Hole den aktuellen Arbeitsmarkt als "ziemlich stabil" und "mit Vollbeschäftigung vereinbar" und führte die niedrigere Fluktuation der Arbeitnehmer teilweise auf eine groß angelegte Umverteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nach der Pandemie zurück.
Am Freitag erscheint der mit Spannung erwartete Nonfarm-Payrolls-Report, der weitere Hinweise liefern soll. Ökonomen rechnen mit 55.000 neuen Stellen im August, nachdem im Juli ein Netto-Rückgang von 23.000 zu verzeichnen war.
Leichter Anstieg bei offenen Stellen, Industrie und Gesundheitswesen an der Spitze
Der leichte Anstieg der offenen Stellen im Juli wurde vor allem von der Industrie, Regierungen auf regionaler und lokaler Ebene (ohne Bildungsbereich) sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen getragen.
Die Zahl offener Stellen im produzierenden Gewerbe erreichte das höchste Niveau seit Dezember 2023, und auch in der Baubranche gab es so viele offene Stellen wie seit August 2024 nicht mehr.

Die Zahl der offenen Stellen im öffentlichen Dienst sprang erneut deutlich an: von 762.000 auf 810.000 und damit zurück auf den höchsten Stand des vergangenen Jahres.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt das Gesamtvolumen offener Stellen auf vergleichsweise moderatem Niveau – ein Zeichen dafür, dass Arbeitgeber angesichts geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Inflation vorsichtig bei Neueinstellungen bleiben.
Schwache Einstellungs- und Kündigungszahlen, Entlassungen auf Jahrestief
Im Juli ging die Zahl freiwilliger Kündigungen um 157.000 auf 3,056 Millionen zurück – ein Hinweis darauf, dass das Vertrauen, "draußen wartet ein besserer Job", sinkt. Gleichzeitig verringerten sich die Neueinstellungen um 278.000 und lagen bei 5,054 Millionen – dem niedrigsten Wert seit Februar.

Die Zahl der Entlassungen im Juli sank auf den niedrigsten Stand seit Januar. Das zeigt: Trotz angekündigter Stellenabbaupläne bei Visa, Uber Technologies und Microsoft gibt es keine Massenentlassungen und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung bleibt auf niedrigem Niveau.
Quote offener Stellen zu Arbeitslosen bleibt bei 1,1, Fed-Indikator nähert sich dem Normalbereich
Laut Bericht kamen im Juli auf jede arbeitslose Person etwa 1,1 offene Stellen. Im Hoch des Jahres 2022 lag dieser Wert noch bei 2 zu 1, seither ist er kontinuierlich zurückgegangen und nähert sich nun wieder dem historischen Durchschnitt.

Dieser Indikator wird von Fed-Verantwortlichen häufig herangezogen, um das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt einzuschätzen.
In seiner Rede in Jackson Hole führte Waller die aktuelle niedrige Arbeitnehmerfluktuation auf eine strukturelle Anpassung – eine "großangelegte Umverteilung" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nach der Pandemie – zurück und deutete damit an, dass der aktuelle Marktstatus von Bestand sein dürfte und keine kurzfristige Abweichung darstellt.
Nonfarm-Daten am Freitag erwartet, Prognose: 55.000 neue Stellen
Der am Freitag erscheinende Nonfarm-Payrolls-Bericht für August wird ein entscheidender Gradmesser für die Entwicklung am Arbeitsmarkt sein. Analysten erwarten 55.000 neue Stellen und damit eine deutliche Erholung nach dem Nettoverlust von 23.000 Arbeitsplätzen im Juli.
Der Nonfarm-Bericht und der JOLTS-Report bilden gemeinsam die wichtigste Entscheidungsgrundlage der Fed-Konferenz im September zur Einschätzung der Arbeitsmarktlage.
Das derzeitige Umfeld aus niedrigen Einstellungszahlen und wenigen Entlassungen zeigt: Der Arbeitsmarkt ist zwar wenig dynamisch, bislang gibt es aber keine Anzeichen für eine substanzielle Verschlechterung.
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