Das KI-Ledger von Oracle setzt zwei Sparmaßnahmen gleichzeitig um: 13%ige Entlassungen werden durchgeführt und der Gründer hat den Aktienverkaufsplan von mehr als 7,5 Milliarden Dollar gestrichen.
Oracle hat eine neue Entlassungsrunde gestartet, bei der in einigen Teams zweistellige Prozentsätze der Mitarbeiter entlassen werden. Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass die Gesamtzahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um etwa 21.000 sinkt, was einem Rückgang von rund 13% entspricht. Das Unternehmen reduziert die Personalkosten, um die Expansion der KI-Infrastruktur zu finanzieren. Die Nachricht führte zu einem starken Kurssturz von über 5 %, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang etwa 25 %. Die Wall Street bleibt hinsichtlich der Rendite vorsichtig; Morgan Stanley bleibt bei seiner "neutralen" Bewertung und betont, dass die Margenumwandlung der Schlüssel für die Neubewertung der Bewertung ist.
Oracle reduziert derzeit Personalkosten, um finanzielle Spielräume für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu schaffen, doch an der Wall Street bestehen weiterhin Zweifel an den Renditeaussichten dieser Strategie.
Am 14. September berichtete Business Insider unter Berufung auf interne E-Mails und die Aussagen von drei betroffenen Mitarbeitenden, dass Oracle am Montag offiziell eine neue Entlassungsrunde gestartet hat, bei der einzelne Teams zweistellig gekürzt werden.
Nach Bekanntwerden der Nachricht brach der Aktienkurs von Oracle zeitweise um über 5 % ein, verringerte jedoch den Verlust im Tagesverlauf und schloss bei 144,72 US-Dollar. Seit Jahresbeginn beträgt der kumulierte Kursrückgang etwa 25 %.

Die aktuelle Entlassungswelle setzt eine Serie von Stellenstreichungen fort, die Oracle seit Beginn des Jahres vorgenommen hat. Am vergangenen Freitag gab das Unternehmen bekannt, die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen auszuweiten und zusätzlich 700 Millionen US-Dollar in Abfindungen und Kündigungskosten zu investieren, um den durch massive KI-Investitionen entstandenen finanziellen Druck abzufedern.
Umfang der Entlassungen wächst, Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr um über 20.000 gesunken
Laut aktuellen regulatorischen Unterlagen sank die Gesamtzahl der Oracle-Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2026, das am 31. Mai 2026 endete, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 21.000, was einem Rückgang von etwa 13 % entspricht. Am Ende des Geschäftsjahres beschäftigte Oracle noch etwa 141.000 Menschen.
Am Montag tauchten auf Plattformen wie LinkedIn, Reddit und Blind zahlreiche Beiträge auf, in denen User angaben, von den aktuellen Entlassungen betroffen zu sein. Bereits zuvor war berichtet worden, dass Oracle eine neue Runde von Stellenstreichungen plant, die vor allem der Senkung der Personalkosten dienen soll.
Oracle-Finanzchefin Hilary Maxson hatte Analysten zuvor erklärt, dass interne „Verschlankungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen“ ein zentrales Mittel zur Kontrolle der Betriebskosten und zum Schutz der Gewinnmargen seien.
Hinter den Personalkostensenkungen steht Oracles beispiellose Kapitalwette im Bereich der KI-Infrastruktur. Die Investitionsausgaben beliefen sich im ersten Quartal auf 28,5 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die 8,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum – und die Prognose für die Investitionen im Geschäftsjahr 2027 bleibt unverändert bei 90 bis 95 Milliarden US-Dollar.
Hilary Maxson erklärte im Earnings Call, dass diese Ausgaben direkt für Produkte wie KI-Racks, Kühlsysteme und Netzwerkgeräte bei Zulieferern verwendet würden. Um das Wachstum zu finanzieren, hat Oracle durch großflächige Kreditaufnahmen mehrere zig Milliarden US-Dollar eingeworben.
Wall Street ist skeptisch – Neubewertung des Unternehmens hängt von Margen ab
Obwohl der aktuelle Quartalsbericht von Oracle einige positive Signale setzt, bleibt die Wall Street gegenüber den Renditeaussichten der KI-Investitionen vorsichtig.
Morgan Stanley-Analyst Sanjit Singh hält in seinem aktuellen Bericht am „Neutral“-Rating für Oracle und einem Kursziel von 210 US-Dollar fest. Morgan Stanley betont, dass die Bruttomargen im Geschäft mit KI-Infrastruktur sowie die Fähigkeit, freien Cashflow zu generieren, entscheidende Faktoren dafür sind, ob Oracle von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft werden kann.
Wie aus einem am 11. September veröffentlichten regulatorischen Dokument hervorgeht, hat Oracle-Gründer Larry Ellison einen am 22. Juni 2026 angenommenen 10b5-1-Aktienhandelsplan storniert.
Dieser Plan hätte es ihm erlaubt, bis zum 24. Oktober bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien im Wert von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Oracle bestätigte, dass Ellison keine der Aktien veräußert hat. Die Gründe für die Absage des Programms wurden bislang nicht öffentlich gemacht, ebenso wenig wie ein möglicher Alternativplan bekanntgegeben wurde.
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