Riesige Rückk äufe stoßen auf Zurückhaltung! Das Anleihekaufprogramm des US-Finanzministeriums stößt an Grenzen, das Liquiditätsinstrument droht zur „Ladehemmung“ zu werden.
Das US-Finanzministerium hat das Umtauschangebot für Rückkäufe ausgeweitet, doch die Überzeichnungsquote erreichte ein neues Tief, was die Kapazitätsengpässe im Markt für langfristige Staatsanleihen verdeutlicht. Dadurch könnte die Regierung gezwungen sein, die weniger liquiden 20-jährigen US-Staatsanleihen stärker zu kürzen.
Die Zhitong Finance APP weist darauf hin, dass das erweiterte Rückkaufprogramm des US-Finanzministeriums möglicherweise auf Hindernisse stößt, während politische Entscheidungsträger weiterhin über die Zinspolitik der Federal Reserve, die anhaltende Inflation und den ständig wachsenden Finanzierungsbedarf der Regierung debattieren.
Sujata Rajappa, Leiterin der US-Zinsstrategie bei Société Générale, stellte in einem Bericht vom 11. September fest, dass das Finanzministerium bei der ersten Erhöhung der Rückkauf-Obergrenze auf 600 Millionen US-Dollar Wertpapiere im Wert von lediglich 520 Millionen US-Dollar akzeptierte. Investoren gaben Gebote über 1,05 Milliarden US-Dollar ab, was einer Cover Ratio (Bieterüberzeichnung) von etwa dem 2-fachen entspricht.
Rajappa erklärte, dass dies die schwächste Bieterüberzeichnung seit Beginn des Programms ist und deutlich unter dem in weiten Teilen des Jahres 2025 üblichen Niveau von neun- bis zehnfach liegt.
Das Finanzministerium hatte die Anhebung der operativen Obergrenze zuvor damit begründet, dass die Marktteilnahme weiterhin robust sei und eine beträchtliche Anzahl an Angeboten für Langlaufanleihen eingehe. Die bisherigen Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass das Wachstum der Teilnahme nicht ausreicht, um die Verdreifachung der Rückkaufobergrenze zu rechtfertigen.
Das Finanzministerium kaufte eine breitere Auswahl von Anleihen zurück
Die Zusammensetzung dieses Vorgangs könnte mehr aussagen als die vergleichsweise niedrige Bieterüberzeichnung selbst.
Von den 40 infrage kommenden Wertpapieren akzeptierte das Finanzministerium Angebote für 23 von ihnen, während in einer typischen Aktion zuvor etwa drei abgedeckt wurden. Im aktuellen Rückkauf waren zudem neun Wertpapiere enthalten, die zuvor nie über dieses Programm erworben wurden.
Frühere Aktionen konzentrierten sich stark auf eine kleine Gruppe älterer 20-jähriger US-Staatsanleihen. Diese breite Streuung könnte eine gezielte Strategieanpassung widerspiegeln; sie könnte aber auch bedeuten, dass das Finanzministerium das Netz weiter auswerfen muss, um das erweiterte Ziel zu erreichen.
Die nächste Rückkaufaktion für 20- bis 30-jährige Wertpapiere ist für den 24. September angesetzt. Rajappa merkte an, dass diese Aktion Aufschluss darüber geben wird, ob das neueste Ergebnis ein einmaliger Anpassungseffekt ist oder ob größere Rückkäufe das Finanzministerium zwingen, aus einem strukturell breiteren Wertpapierpool zu kaufen.
Bedeutung für Investoren
Für Anleiheinvestoren wirft dieses Ergebnis Zweifel auf, ob das Finanzministerium Rückkäufe als ein wirkungsvolles und skalierbares Instrument zur Unterstützung der Liquidität am Markt für langfristige Schuldtitel nutzen kann. Sollte die Beteiligung weiter begrenzt bleiben, müsste das Finanzministerium möglicherweise ungünstigere Preise akzeptieren, das operative Volumen verringern oder die Emissionsstruktur bezüglich Umfang und Laufzeit anpassen.
Diese Optionen könnten die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen, die Form der Renditekurve und die allgemeinen Finanzierungskosten für die Wirtschaft beeinflussen. Hypothekenzinsen, Unternehmenskapitalkosten und Aktienbewertungen reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen der langfristigen Staatsanleihenrenditen.
Rückkäufe reduzieren die gesamte Bundesschuld nicht zwangsläufig. Das Finanzministerium finanziert solche Käufe in der Regel durch die Emission anderer Wertpapiere. Ziel des Programms ist in erster Linie, die Marktliquidität zu verbessern und die Zusammensetzung der ausstehenden Schulden zu steuern.
Druck auf 20-jährige Anleihen steigt
Rajappa ist der Ansicht, dass die 20-jährigen US-Staatsanleihen beim im November anstehenden Refinanzierungsplan der Regierung am ehesten von Kürzungen betroffen sein werden.
Seit das Finanzministerium diese Laufzeitkategorie im Jahr 2020 wieder eingeführt hat, ist es schwergefallen, eine stabile Investorenbasis aufzubauen. Der ehemalige Finanzminister Steven Mnuchin hatte 2024 ebenfalls angeregt, das 20-jährige Segment angesichts der vergleichsweise hohen Finanzierungskosten zu streichen.
Société Générale ist der Auffassung, dass die Rückkauftätigkeit des Finanzministeriums tatsächlich die anhaltende Schwäche der 20-jährigen Anleihen hervorhebt. Der Rückkauf älterer Bonds kann den ausstehenden Saldo schrittweise verringern und ermöglicht dem Markt gleichzeitig eine Vorbereitung auf zukünftige, kleinere Auktionen.
Rajappa meint, wenn das Finanzministerium die langfristigen Renditen stärker beeinflussen wolle, könnte es sich letztlich als effektiver erweisen, die Emissionsstruktur anzupassen, statt die Rückkäufe weiter auszubauen. Die Refinanzierungsankündigung im November könnte daher zu einem wichtigen Prüfstein werden, inwiefern die Verantwortlichen bereit sind, das Angebot an 20-jährigen Schuldtiteln zu reduzieren.
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