Santander Bank: Japans GPIF muss seine Anlagepolitik nicht anpassen, 62 Milliarden US-Dollar könnten verkauft werden
Analysten der spanischen Santander Bank berichten, dass der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF) möglicherweise US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 62 Milliarden US-Dollar verkaufen könnte, ohne seine Richtlinien zur Vermögensallokation offiziell ändern zu müssen.
Laut Berichten der Plattform Zhihu Finance APP erklärten Analysten der spanischen Santander-Bank, dass der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF) bis zu 62 Milliarden US-Dollar an US-Staatsanleihen abstoßen könnte, ohne seine Asset Allocation Policy offiziell anpassen zu müssen.
Letzten Monat hielt das GPIF-Management ein ungewöhnliches Treffen ab, das in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgte. Diese Investmentinstitution mit einem verwalteten Vermögen von 2 Billionen US-Dollar überdenkt aktuell ihre Allokation in ausländische Anleihen und tendiert zu einer stärkeren Hinwendung zu heimischen Anleihen. Daraus resultierten Spekulationen über eine umfassende Anpassung der Anlagestrategie. Der zuständige japanische Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales, Kazunari Kamibe, erklärte am Dienstag, dass die Verantwortlichen noch prüfen, ob eine Neubewertung der Asset Allocation notwendig ist.
Das von Antonio Villaroya, dem globalen Leiter für Fixed Income, Devisen und Rohstoffstrategien bei Santander, geführte Team ist jedoch der Ansicht, dass die aktuelle Policy den Portfoliomanagern bereits genügend Flexibilität einräume, um ihre Exposure auch vor einer offiziellen Neubewertung deutlich zu reduzieren. Sie wiesen darauf hin, dass bei US-Staatsanleihen das Desinvestitionsrisiko am höchsten sei.
Villaroya und sein Team schrieben in einem Kundenreport: „Angesichts der Flexibilität der strategischen Allokationsbandbreite können sie in den kommenden Monaten beginnen, den Anteil ausländischer Anleihen zu reduzieren, ohne auf eine formelle Neubewertung des strategischen Asset-Mixes warten zu müssen.“ Diese Möglichkeit werde besonders wahrscheinlich, sollte es der Bank of Japan durch fortlaufende Zinserhöhungen gelingen, die Schwäche des Yen zu drehen.
Jahrzehntelang haben extrem niedrige Zinsen japanische Investoren weltweit auf die Suche nach Renditen geschickt und Japan damit zu einem der größten Kapitalexporteure weltweit gemacht. Nach Angaben des US-Finanzministeriums ist Japan der größte ausländische Eigentümer von US-Staatsanleihen und hält Bestände im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar.
Diese Entwicklung ist nun im Wandel. Getrieben von Inflationssorgen, Bedenken in Bezug auf den Staatshaushalt sowie Markterwartungen, dass die Bank of Japan die Zinsen schneller anheben muss, stieg die Rendite für japanische 10-Jahres-Staatsanleihen vergangene Woche zum ersten Mal seit 1996 wieder auf 3%.

Die Renditen japanischer Staatsanleihen erreichten den höchsten Stand seit Jahrzehnten – die 10-Jahres-Rendite stieg erstmals seit 1996 wieder auf 3%
Das aktuelle Ziel des GPIF besteht darin, 25% seiner Anlagen in ausländischen Anleihen zu halten, mit einer erlaubten Schwankungsbreite von fünf Prozentpunkten nach oben oder unten. Die Analysten der Santander-Bank simulierten zwei Szenarien: Erstens, dass der GPIF den Anteil seiner ausländischen Anleihen auf 20% des Portfolios reduziert und damit innerhalb des aktuellen Policy-Korridors bleibt; zweitens eine Änderung des Ansatzes zur Nachbildung des FTSE World Government Bond Index. Villaroya und Kollegen erklärten: „Durch diese Flexibilität kann der GPIF in Ruhe überdenken, ob er in den kommenden Jahren eine neue Asset Allocation Strategie entwerfen möchte.“
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