Da der Zinsentscheid der US-Notenbank immer näher rückt, werden die Inflationsdaten zum entscheidenden Faktor für den kurzfristigen Marktverlauf. In der Nacht zuvor wurden die US-PPI-Daten veröffentlicht, was aufgrund der Inflationszahlen zu starken Stimmungsschwankungen führte und den Kryptomarkt zu einer deutlichen Korrektur bewegte. Rückblickend auf die gesamte Woche war die Volatilität insgesamt begrenzt, jedoch stellt der Rückgang der letzten Nacht die bislang kräftigste Anpassung in dieser Woche dar. Die Marktstimmung ist entsprechend vorsichtiger geworden, und alle warten gespannt auf neue Impulse durch die CPI-Daten.
In der Phase mit Druck auf die Kurse am Mittwoch hatte ich die Strategie geteilt, kurzfristig auf hohen Niveaus Short-Positionen einzugehen – anstatt passiv auf einen günstigen Long-Einstieg zu warten, bietet sich die Chance, mit kurzfristigen Shorts von der Abwärtsbewegung zu profitieren. Am Donnerstag fiel der Markt dann wie erwartet zurück und bot planmäßig gute Long-Einstiegsgelegenheiten. Aktuell halte ich weiterhin Long-Positionen bei BTC 77.000 und ETH 2.420, der aktuelle Kurs liegt praktisch auf meinem Einstiegskurs. Jetzt heißt es geduldig auf die nächste Entwicklung zu warten.
Technisch betrachtet hat BTC auf Tagesbasis vier aufeinanderfolgende rote Kerzen ausgebildet, der Preis ist auf das untere Bollinger-Band zurückgefallen. Nach dem Zusammentreffen der Bollinger-Bänder tendieren nun alle drei Linien seitwärts – der Markt steht an einem Wendepunkt und eine Richtungsentscheidung steht kurz bevor. Entweder öffnet sich das Bollinger-Band nach oben und eine Aufwärtsbewegung startet erneut, oder es öffnet sich nach unten und eine tiefere Korrektur beginnt.
Die jüngste Marktentwicklung zeigt, dass die Unterstützung nach unten weiterhin robust ist. Mehrfach bereits bewegte sich der Preis in Richtung 76.000, zog dann aber schnell wieder an. Die wichtige Unterstützung bei 75.000 wurde bislang nicht nachhaltig unterschritten. Die große bullishe Struktur ist weiterhin intakt; solange 75.000 nicht klar durchbrochen wird, besteht kein Grund, mittelfristig zu pessimistisch zu sein.
Für den Intraday-Handel bleibt der Ansatz, Rücksetzer zum Aufbau von Longs zu nutzen. BTC kann staffelweise im Unterstützungsbereich zwischen 77.000 und 75.500 gekauft werden, potenzielle Widerstände auf dem Weg nach oben liegen bei 78.000, 79.000 und 80.000. Bei ETH liegt die wichtigste Unterstützung bei 2.420 und 2.350. Kommt es zu Rücksetzern in diese Bereiche, können stufenweise Long-Positionen aufgebaut werden. Für den Rebound sind die Widerstandsbereiche bei 2.470, 2.520 und 2.600 zu beachten.
Jede Marktkorrektur ist ein Test für die eigene Einstellung. Gerade in Seitwärtsphasen ist das größte Risiko, prozyklisch zu handeln – nach starken Anstiegen blind einzusteigen oder bei kurzfristigen Einbrüchen panisch zu verkaufen. Häufig trifft man so die schlechtesten Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte. Im Trading entscheidet nicht nur die korrekte Markteinschätzung, sondern vor allem auch Disziplin und Geduld. Wer ruhig abwartet, geplante Einstiege nutzt und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern lässt, wird langfristig für konsequentes Handeln belohnt.

