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EZB erhöht die Zinsen, Krieg im Iran, Inflationsdruck hält an

EZB erhöht die Zinsen, Krieg im Iran, Inflationsdruck hält an

智通财经智通财经2026/09/10 12:31
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⑴ Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben, um den durch den Iran-Krieg verursachten, energiegetriebenen Inflationsanstieg einzudämmen, und den Leitzins von 2,25 % auf 2,50 % erhöht. ⑵ Seit Ende August haben die Angriffe beider Seiten die etwa einmonatige relative Ruhe beendet. Die USA und der Iran greifen Militär-, Schifffahrts- und Energieanlagen an, wodurch der Ölpreis wieder über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen ist und neue Sorgen über eine Preiserhöhungswelle in der vor allem auf Brennstoffimporte angewiesenen Eurozone ausgelöst wurden. ⑶ Die Europäische Zentralbank erklärte, dass der Nahost-Konflikt weiterhin Inflationsdruck verursache und die Inflation längere Zeit deutlich über dem Zielwert bleiben werde. ⑷ Gleichzeitig hob die Zentralbank einige Wachstums- und Inflationsprognosen an, was sowohl die unerwartete Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft als auch die Übertragung steigender Brennstoffkosten auf andere Preise widerspiegelt. Derzeit wird für dieses Jahr eine Inflation von 3,0 %, für das nächste Jahr von 2,5 % und für 2028 von 2,1 % erwartet. ⑸ Die Prognose vom Donnerstag dürfte den jüngsten starken Anstieg der Energiepreise noch nicht vollständig widerspiegeln, insbesondere nicht das für das Heizen in vielen europäischen Ländern genutzte Erdgas. Einige Institutionen weisen darauf hin, dass die Übertragung von Gaspreisschocks zwar langsamer erfolgt als beim Ölpreis, der Einfluss auf die Nicht-Energie-Inflation jedoch größer und nachhaltiger ist. ⑹ Die Preisbildung an den Finanzmärkten zeigt, dass es in diesem Jahr noch eine Zinserhöhung geben dürfte und im nächsten Jahr eventuell ein oder zwei weitere, während Volkswirte die Maßnahme vom Donnerstag für die derzeit letzte der Europäischen Zentralbank halten – obwohl immer mehr Experten das Risiko einer weiteren Straffung sehen. ⑺ Die Europäische Zentralbank hat keine Hinweise auf künftige Maßnahmen gegeben und lediglich bekräftigt, dass Entscheidungen weiterhin datenbasiert getroffen werden. Anleger werden auf der Pressekonferenz von Lagarde nach Hinweisen suchen. Einige Institutionen erwarten, dass sie sich weiterhin vorsichtig restriktiv äußern und einer weiteren Straffung offen gegenüberstehen wird. ⑻ Lagarde und ihre Kollegen dürften sich bei ihrem Treffen in Berlin durch jüngste Wachstumsdaten bestätigt fühlen: Die Wirtschaft der Eurozone hat sich trotz hoher Brennstoffkosten, Konkurrenz aus China und Dürren besser entwickelt als erwartet. Im Juli ist das Bankkreditwachstum sogar beschleunigt, was zeigt, dass die Zinserhöhung im Juni die Aktivität nicht gebremst hat. Das gibt den Entscheidungsträgern weiterhin Spielraum für eine strengere Geldpolitik. Derzeit wird für 2026 ein Wachstum von 0,9 %, für 2027 von 1,4 % und für 2028 von 1,5 % erwartet. ⑼ Die Entscheidungsträger werden jedoch im Blick behalten, dass der Anstieg der Staatsschuldenkosten die Finanzierungsbedingungen bereits verschärft hat; die Renditen langfristiger Staatsanleihen sind auf den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise gestiegen, was Inflationssorgen und Befürchtungen eines Schuldenanstiegs widerspiegelt. Große Technologieunternehmen treiben durch die AI-Euphorie die Anleiheemissionen massiv voran, was zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Renditen erzeugt. Politische Turbulenzen in Deutschland erschüttern zudem die Rolle der Bundesanleihen als Benchmark der Eurozone. ⑽ Die von der Europäischen Zentralbank beobachteten Wirtschaftsindikatoren bleiben derzeit insgesamt moderat. Die Kerninflation verlangsamte sich im vergangenen Monat auf 2,4 %, Umfragen zeigen, dass Verbraucher ihre Erwartungen an das Preiswachstum gesenkt haben, und auch das Lohnwachstum verlangsamt sich. Einige Institutionen gehen davon aus, dass – anders als bei dem Energieschock 2022 – in diesem Jahr kaum eine Lohn-Preis-Spirale entstehen wird, da die Nachfragelage nicht für einen Inflationsanstieg spricht. Andere Institute weisen darauf hin, dass deutsche Unternehmen die höheren Kosten bislang weitgehend absorbiert haben – im deutlichen Gegensatz zum durch den Energiepreisschock nach dem Russland-Ukraine-Konflikt 2022 ausgelösten Inflationssprung von über 10 %.
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