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Die Aufwertung des Yen erschüttert die Rolle der Finanzierungswährung im Carry-Trade; es bleibt unklar, ob Franken, Kanadischer Dollar oder Euro die Nachfolge antreten werden.

Die Aufwertung des Yen erschüttert die Rolle der Finanzierungswährung im Carry-Trade; es bleibt unklar, ob Franken, Kanadischer Dollar oder Euro die Nachfolge antreten werden.

智通财经智通财经2026/09/10 03:52
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```html(1) Der Yen war langfristig die wichtigste Finanzierungswährung für Carry Trades, doch dieses Muster verändert sich derzeit. Japan verabschiedet sich schrittweise von Deflation, Nullzinspolitik und negativen Realrenditen bei Staatsanleihen. In dieser Woche stieg der Yen auf ein Siebenmonats-Hoch, der Markt erwartet eine beschleunigte Straffung durch die Bank of Japan und eine mögliche Rückführung von Kapital japanischer Investoren. Hinzu kam Ende Juli eine erneute offizielle Intervention; der Yen befindet sich somit nicht mehr auf einem einseitigen Abwertungspfad. Trader stehen daher vor einer drängenden Frage: Mit welcher Währung sollen Carry Trades künftig finanziert werden, anstelle des Yen?(2) Die potenziellen Alternativen haben jeweils ihre eigenen Herausforderungen. Der US-Dollar schien Ende Februar vor dem US-israelischen Angriff auf Iran kurz eine Option, aber da die Federal Reserve und andere G10-Zentralbanken begonnen haben oder demnächst beginnen werden, die Zinsen zur Bekämpfung der Inflation zu erhöhen, wird die Wahl schwierig. Der Schweizer Franken ist der offensichtlichste Kandidat: Der Leitzins der Schweizer Nationalbank liegt seit über einem Jahr bei null, der reale Leitzins nahe -1 %, und die Zehnjahres-Rendite ist die einzige im negativen Bereich unter den G10. JPMorgan bezeichnet das Shorten des Franken als „die makelloseste Lösung“, aber die Short-Positionen nähern sich bereits den extremen Niveaus während des Carry-Trade-Fiebers 2024. Der Kanadische Dollar wird ebenfalls massiv geshortet, die Zentralbank Kanadas hält den Zinssatz seit fast einem Jahr bei 2,25 %, die implizite Volatilität ist sehr niedrig. Doch der Handelskrieg zwischen USA und Kanada bringt zwei Szenarien: Wenn die Exporte sinken und die Wirtschaft geschwächt wird, könnte der Kanadische Dollar abwerten und attraktiver zur Finanzierung werden; sollte aber ein schwacher Wechselkurs und Gegenzölle die Inflation erhöhen und die Zentralbank zu einer restriktiveren Haltung zwingen, verliert der Kanadische Dollar an Attraktivität.(3) Liquidität ist ein weiteres großes Hindernis. Der Yen bleibt die weltweit drittmeist gehandelte Währung, der Schweizer Franken und der Kanadische Dollar verfügen nur über etwa ein Drittel des Handelsvolumens vom Yen. Dreht das Marktgeschehen plötzlich, kann das Carry-Trader vor erhebliche Probleme stellen. Der Euro besticht durch geringe Volatilität, niedrige nominale und reale Zinsen sowie hohe Liquidität, aber die Europäische Zentralbank wird zunehmend zum Mitglied der Zinserhöhungsgemeinschaft. Der Markt preist eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte am Donnerstag und bis April weitere 50 Basispunkte ein. Das Shorten der zweitgrößten Währung der Welt ist also ebenso riskant, auch wenn die CFTC-Spekulationspositionen momentan weitgehend neutral sind.(4) Das Fazit lautet: Für den Yen als bevorzugte Niedrigrendite-Finanzierungswährung gibt es wahrscheinlich keinen klaren Nachfolger. Das ist eine erneute Erinnerung für den Markt: Das Zeitalter von ultra-niedrigen Zinsen und relativer Vorhersehbarkeit ist vorbei. Die Investmentwelt wird unsicherer und volatiler, und Anleger müssen sich daran gewöhnen.```
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