Goldman Sachs Analysebericht: Broadcom best ätigt erneut das KI-Umsatzziel von 230 Milliarden, ein 1GW-Cluster bringt einen Jahresumsatz von 30 Milliarden
Verfasserin: Rita
Broadcom hat auf der Communacopia-Konferenz seine KI-Umsatzziele für das Geschäftsjahr 2027 und 2028 bekräftigt: 115 Milliarden US-Dollar bzw. 230 Milliarden US-Dollar. Das Angebot stellt dabei die größte Einschränkung dar. Am 8. September veröffentlichte Goldman Sachs einen Bericht mit den wichtigsten Punkten zur Teilnahme von Broadcom und wies darauf hin, dass das Management von Broadcom Datacenter-Flächen, Stromversorgung und den Bau von Einrichtungen als die eigentlichen Engpässe bei der KI-Bereitstellung ansieht; Einschränkungen in der Lieferkette seien vergleichsweise beherrschbar. Broadcom gab zudem Einblick in die XPV-Finanzierungskooperation mit Blackstone und Apollo im Umfang von 35 Milliarden US-Dollar, die mehr als 20 Gigawatt KI-Rechenkapazität unterstützen kann.
Broadcom erwartet, dass der Großteil des wirtschaftlichen Nutzens von KI an die führenden Besitzer fortschrittlicher Modelle fließt. Laut aktuellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen liegt der Jahresumsatz eines 1-Gigawatt-KI-Clusters bei etwa 30 Milliarden US-Dollar, die Betriebskosten betragen etwa 10 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert verteilt sich auf Hardwarehersteller, Halbleiterzulieferer und Betreiber von Rechenzentren.
Klare Umsatzziele für KI, Angebotsbeschränkungen als Kernthema
Broadcom hat die Ziele von 115 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz für das FY27 und 230 Milliarden US-Dollar für das FY28 bekräftigt. Goldman Sachs hebt hervor, dass dieses Ziel auf einer klaren Einschätzung der Kundentransparenz und des Vorbereitungsstands für die Implementierung basiert. Die differenzierten Fähigkeiten von Broadcom im Bereich kundenspezifischer Chip-Entwicklung, fortschrittlicher Verpackungstechnologien und KI-Netzwerke ermöglichen es, den Anteil an den Ausgaben strategischer Kunden zu halten bzw. auszubauen.
Das Management betonte insbesondere die langfristige Partnerschaft mit Google und gab Einblicke in das Jalapeno-Projekt für kundenspezifische Chips mit OpenAI sowie die strategische Zusammenarbeit mit Anthropic. Hinsichtlich der Angebotseinschränkungen sieht Broadcom die Verfügbarkeit von Datacenter-Flächen, Strom und Infrastrukturbau als zentrale Engpässe bei der KI-Bereitstellung, wohingegen sich Lieferkettenbeschränkungen vergleichsweise besser kontrollieren lassen und das Unternehmen hier einen direkteren Einfluss geltend machen kann.
XPV-Plattform: 35 Milliarden US-Dollar zur Beschleunigung des KI-Infrastrukturausbaus
Broadcom hob die XPV-Finanzierungsplattform hervor. Die kürzlich mit Blackstone und Apollo angekündigte Zusammenarbeit in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar kann mehr als 20 Gigawatt KI-Rechenkapazität unterstützen. Der Hauptvorteil dieser Struktur besteht darin, aufstrebenden KI-Laboren attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu bieten und gleichzeitig die direkten finanziellen Verbindlichkeiten von Broadcom zu begrenzen.
XPV hilft Broadcom dabei, einen breiteren Kundenkreis zu erschließen und entfernt gleichzeitig die entscheidenden Engpässe beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Für Broadcom ist dies eine risikoarme Form der Geschäftsexpansion: Die Kundenbasis wächst, ohne dass der finanzielle Druck einer großvolumigen Kapitalbindung entsteht.

Open Source vs. Closed Source: Scheideweg bei der Wertverteilung
Das Management beurteilt die Unterschiede zwischen Open-Source- und Closed-Source-Modellen sehr klar. Langfristig wird der Großteil des KI-Werts den Entwicklern fortschrittlicher Modelle zufließen, nicht an die Besitzer von Open-Source-Gewichtungsmodellen.
Broadcom unterlegt diese Einschätzung mit Daten. Die jährlichen Trainingsausgaben der Branche betragen etwa 200 Milliarden US-Dollar; Frontline-Modelle und die Open-Source-Ökosphäre machen jeweils ungefähr die Hälfte aus. Die Frontline-Modelle tragen etwa 75 % des Branchenumsatzes bei, mit ca. 120 Milliarden US-Dollar Umsatz und ca. 100 Milliarden US-Dollar Kosten. Die Umsätze der Open-Source-Modelle liegen lediglich bei ca. 30 Milliarden US-Dollar, obwohl die Investitionen ähnlich hoch sind. Dieses starke Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag erklärt, warum Broadcom glaubt, dass die Besitzer fortschrittlicher Modelle die Hauptnutznießer der KI-Ökonomie sind.
Bewertung und Risiken
Goldman Sachs hält an seiner Kaufempfehlung für Broadcom fest, mit einem 12-Monats-Kursziel von 540 US-Dollar, was auf einer Schätzung des normalisierten Gewinns pro Aktie von 18 US-Dollar und einem 30-fachen Multiplikator beruht. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei etwa 357 US-Dollar und impliziert damit ein Aufwärtspotenzial von rund 51 %.
Risiken nach unten umfassen vier Aspekte: eine Verlangsamung der Investitionen in KI-Infrastruktur, Verlust von Marktanteilen im Bereich kundenspezifischer Lösungen, anhaltende Lagerbestände im Non-KI-Geschäft und erhöhten Wettbewerb im VMware-Bereich. Goldman Sachs betrachtet die Verlangsamung der KI-Investitionen als größtes potenzielles Risiko, aber Broadcoms bestehende Auftragslage und Kundentransparenz bieten eine hohe Kurzfristsichtbarkeit der Geschäftsentwicklung.



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