Für 590 Millionen US-Dollar übernimmt Chime (CHYM.US) die Stride Bank und sichert sich eine Banklizenz – vom Fintech-„Challenger“ zur lizenzierten Bank.
Chime Financial Inc. (CHYM.US) hat eine Vereinbarung getroffen, den langjährigen Partner Stride Bank für 590 Millionen US-Dollar in bar zu übernehmen. Dieser Schritt markiert einen entscheidenden Meilenstein für das Fintech-Unternehmen bei der Integration seiner Geschäftsaktivitäten.
Laut Informationen von Zhihong Finance APP hat Chime Financial Inc. (CHYM.US) eine Vereinbarung getroffen, ihren langjährigen Partner Stride Bank für 590 Millionen US-Dollar in bar zu übernehmen. Dies markiert einen entscheidenden Schritt für das Fintech-Unternehmen in Richtung Betriebsintegration.
Laut einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung wird Stride in Chime Bank umbenannt und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Chime werden. In den vergangenen mehr als sieben Jahren war Stride einer der Bankpartner von Chime, aber Chime arbeitete zuvor auch mit Bancorp Bank zusammen. Nach Abschluss der Transaktion will Chime alle Bankgeschäfte auf Stride bündeln und plant, das Vermögensvolumen dieser Bank in absehbarer Zukunft unter 10 Milliarden US-Dollar zu halten.
Chime bietet seinen Kunden seit Jahren Girokonten und andere Finanzprodukte an. Durch die eigene Bankenlizenz wird das Unternehmen solche Geschäfte künftig kostengünstiger betreiben können. Die geringere Abhängigkeit von externen Partnern spart Chime nicht nur Kosten, sondern reduziert dank eigener Einlagen auch die Finanzierungskosten und ermöglicht dem Unternehmen größere Kontrolle über die Prozessabläufe. Chime erwartet, dass diese Transaktion einen Nettosynergieeffekt von rund 100 Millionen US-Dollar mit sich bringen wird.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung legte der Aktienkurs von Chime nachbörslich um 9,3 % zu, während der Kurs von Bancorp um 11,5 % einbrach.
Chris Britt, CEO von Chime, sagte im Interview: „Auch wenn wir künftig ein Tochterunternehmen mit Banklizenz haben, haben wir nicht die Absicht, uns in ein traditionelles Bankenmodell zu wandeln, das stark von Gebühren getrieben ist. Für uns ist dies ein entscheidender Meilenstein beim Wandel vom Herausforderer zum Branchenführer – ein Schritt von großer strategischer Bedeutung.“
Angesichts dieser positiven Entwicklung hat Chime die Prognose angehoben. Die Umsatzprognose für das dritte Quartal stieg von zuvor 680–690 Millionen US-Dollar auf nun 705 Millionen US-Dollar; die Jahresprognose wurde von etwa 2,73–2,75 Milliarden auf 2,76–2,77 Milliarden US-Dollar angehoben.
In dem unter der Trump-Regierung lockereren regulatorischen Umfeld strebten zahlreiche Konkurrenten von Chime ebenfalls eine US-Bankenlizenz an. Erst vergangene Woche erhielt der britische Finanzdienstleister Revolut Ltd. eine bedingte US-Bankenlizenz-Genehmigung, zuvor hatten Institute wie Nu Holdings Ltd. diesen Schritt bereits vollzogen. Zudem haben weitere Digital-Asset-Unternehmen eine Bankenlizenz beantragt.
Britt erklärte, dass die Übernahme einer bestehenden Bank im Vergleich zur Beantragung einer neuen Lizenz den Eintritt in das Bankwesen beschleunigt und es Chime ermöglicht, viele gemeinsam mit Stride aufgebaute Geschäftsabläufe zu bewahren. Auch andere Fintech-Anbieter wie SoFi Technologies Inc. und Happen Inc. (ehemals LendingClub) vollzogen eine ähnliche Transformation durch den Erwerb von Banken.
Britt betonte: „Durch eine Übernahme können wir unsere strategischen Ziele schneller erreichen, ohne langwierige Genehmigungsprozesse und die meist schleppende Entwicklung einer neuen Lizenz durchlaufen zu müssen.“ Außerdem erfordere eine neue Lizenz erhebliche Kapitalbindung: „Wir bevorzugen es, unser Kapital in eine etablierte, vertrauenswürdige Bank mit erfahrenem Team, hoher Eigenkapitalrendite und bereits erzieltem Gewinn zu investieren.“
Die Umsatzerlöse von Chime stammen überwiegend aus Gebühren, die durch Debitkartentransaktionen anfielen. Britt erklärte, dieses Geschäftsmodell bleibe bestehen, da das Unternehmen plant, das Vermögensvolumen unter der entscheidenden 10-Milliarden-Dollar-Schwelle zu belassen – wird dieser Wert überschritten, unterliegt die Bank einer Deckelung der Debitkarten-Gebühren.
Laut Mitteilung wird die Transaktion voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.
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