Norwegens Staatsfonds könnte US-Staatsanleihen im Wert von 80 Milliarden Dollar abbauen – Hypothekenbesicherte Wertpapiere mit hoher Bonität werden voraussichtlich bevorzugt
Der norwegische Staatsfonds mit einem Volumen von 2.3 trillionen US-Dollar hat empfohlen, seine Bestände an Staatsanleihen zu reduzieren und Mittel in ertragsreichere festverzinsliche Anlagen umzuschichten.
Wie von der APP von Zhihui Finance berichtet, hat der norwegische Staatsfonds mit einem Volumen von 2,3 Billionen US-Dollar empfohlen, die Bestände an Staatsanleihen zu reduzieren und Gelder in festverzinsliche Vermögenswerte mit höheren Renditen umzuschichten. Die Norges Bank Investment Management (NBIM) schlägt vor, den Anteil von Staatsanleihen im Anleihen-Benchmark des Fonds von 70% auf 50% zu senken. Schätzungen zufolge könnte diese Anpassung zu einem weltweiten Rückgang der Bestände an Staatsanleihen um etwa 106 Milliarden US-Dollar führen, wobei die Bestände an US-Staatsanleihen um fast 80 Milliarden US-Dollar sinken dürften.
Der Fonds wird einen Großteil dieser Mittel in institutionelle, durch Hypotheken besicherte Wertpapiere umlenken. Solche Anleihen werden von Fannie Mae, Freddie Mac oder Ginnie Mae unterstützt, weshalb ihre Kreditqualität mit US-Staatsanleihen vergleichbar ist. Sie bieten jedoch in der Regel höhere Renditen, um Investoren für das Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung der Hypothek durch Hausbesitzer zu entschädigen.
Für Investoren unterstreicht dieser Vorschlag erneut, dass große institutionelle Anleger angesichts des steigenden staatlichen Kreditvolumens und dauerhaft hoher Renditen höhere Erträge für ihre Anleiheportfolios verlangen. Die Reduzierung der Bestände an US-Staatsanleihen um 80 Milliarden US-Dollar ist im Vergleich zum riesigen US-Staatsanleihenmarkt nicht besonders groß. Doch sollten andere Reserveverwaltungen ähnlich vorgehen, könnte dies die Nachfrage nach US-Staatsanleihen schwächen und die Renditen weiter in die Höhe treiben. Dieser Wandel bedeutet ebenso, dass hochwertige hypothekenbesicherte Wertpapiere für Investoren zu einer attraktiveren Alternative zu Staatsanleihen werden könnten.
Diese Anpassungen werden die Gesamtexponierung des Fonds gegenüber US-Dollar im Wesentlichen unverändert lassen. Das Gewicht der US-Staatsanleihen wird um 12,2 Prozentpunkte sinken, während die Allokation in andere US-Festzinsanleihen um 11,4 Prozentpunkte steigt. Der Anteil britischer Staatsanleihen bleibt unverändert, während das Gewicht japanischer Staatsanleihen erhöht wird.
NBIM empfiehlt zudem, die Gewichtung von Staatsanleihen gemäß dem Umfang der ausstehenden Staatsverschuldung der jeweiligen Länder – und nicht nach der Größe ihrer Volkswirtschaften – festzulegen. Der Fonds betont, dass eine breitere Reform die Diversifizierung der Ertragsquellen aus festverzinslichen Anlagen verbessern und gleichzeitig ausreichende Liquidität in angespannten Marktphasen sicherstellen würde.
Diese Empfehlung ist noch nicht endgültig beschlossen. Berichten zufolge wird ein Expertengremium erwartet, das dem norwegischen Finanzministerium bis Januar kommenden Jahres umfassendere Empfehlungen vorlegen soll, während die norwegische Regierung plant, im Frühjahr 2027 entsprechende Vorschläge im Parlament einzureichen.
Seit Jahresbeginn ist das langfristige Ende der US-Staatsanleiherenditekurve stetig gestiegen. Gründe hierfür sind unter anderem eine anhaltend hohe Inflation und die Unsicherheit am Markt, ob die Federal Reserve zur Eindämmung der Inflation die Zinsen anheben wird, was die Zurückhaltung der Investoren bezüglich langfristiger Anleihen verstärkt. Zudem konkurrieren die wachsenden US-Budgetdefizite sowie die verstärkte Emission von Unternehmensanleihen durch Technologieunternehmen zur Finanzierung ihrer KI-Investitionen direkt mit Staatsanleihen – das ist ein weiterer bedeutender Faktor für das anhaltende Anziehen der langfristigen Renditekurve.
Nach der ausgeprägten Volatilität der vergangenen Woche bereiten sich US-Anleiheninvestoren auf eine weitere Handelswoche vor, die größere Kursausschläge bringen könnte. In der ersten Woche nach dem Labor Day stehen zwei entscheidende Ereignisse an: Am Mittwoch wird das US-Finanzministerium die Details des erweiterten Rückkaufprogramms für Anleihen bekannt geben, das am Folgetag startet und möglicherweise doppelt so groß oder noch größer als die bisherige Obergrenze sein könnte; am Freitag werden die Inflationsdaten für August veröffentlicht – ein von Fed-Präsident Kevin Walsh und seinen Kollegen als zentraler Faktor für die Entscheidung über eine mögliche Zinserhöhung in diesem Monat erachteter Bericht.
Investoren müssen in dieser Woche die Auswirkungen dieser beiden entgegengesetzten Kräfte gleichzeitig verarbeiten. Kurzfristige Staatsanleihen könnten unter steigendem Zinsdruck leiden, während langfristige Anleihen möglicherweise durch die Stützungseffekte des Rückkaufprogramms Unterstützung erfahren – wie sich die Renditekurve entwickelt, hängt davon ab, welche Kraft sich durchsetzt.
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