US-Anleiheinvestoren sollten jetzt auf französische Anleihen achten! Strategen warnen: Haushaltsstreit erneut im Fokus, Gefahr der Risikoverlagerung nach Europa erfordert höchste Wachsamkeit.
Die französische Haushaltskrise gewinnt erneut an Bedeutung, und das Risiko von Staatsschulden rückt zunehmend in den Fokus der Märkte. Mit der anhaltenden Ausweitung der französischen Staatsanleihespreads nehmen die Sorgen der Investoren um die fiskale Nachhaltigkeit weiter zu.
Bloomberg-Makrostratege Simon White betont, die französischen Schuldenprobleme sind zwar besorgniserregend, doch die grundlegenden fiskalischen Bedingungen in den USA sind tatsächlich noch fragiler. Für US-Staatsanleihe-Investoren könnten die Veränderungen am französischen Anleihemarkt einer vorgezogenen Belastungsprobe für die USA gleichen.
Daten zeigen, dass die US-Staatsverschuldung mittlerweile 122% des BIP erreicht und das Haushaltsdefizit 5,6% des BIP beträgt – beides höher als die französischen Werte von 113% bzw. 5,1%. Gleichzeitig überschreiten die jährlichen US-Zinsausgaben bereits 1 Billion US-Dollar, was den fiskalischen Druck weiter erhöht.
Besonders bemerkenswert ist, dass die USA auch nach Abzug der Zinsausgaben das größte strukturelle Defizit unter den führenden Volkswirtschaften aufweisen. Simon White meint, falls die USA die fiskalische Konsolidierung weiter hinauszögern, könnte die globale Reservewährungsrolle des US-Dollar sowie der Status von US-Staatsanleihen als „sichere Anlage“ noch ernsthafter hinterfragt werden.
Der Druck auf französische Staatsschulden nimmt weiter zu, die amerikanischen Fiskalgrundlagen sind fragiler
Der Druck auf den französischen Staatsanleihemarkt entlädt sich derzeit zunehmend. Mit dem bevorstehenden Votum über das letzte Haushaltsgesetz der Macron-Regierung weiten sich die Spreads zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen weiter aus, während der rapide Rückgang der Asset-Swaps einen noch direkteren Marktausblick liefert und zeigt, dass die Anleger bei französischen Staatsanleihen zunehmend vorsichtig werden.
Frankreichs Haushaltslage ist ohnehin unter Druck: Die Schuldenquote liegt bei 113% des BIP, das Haushaltsdefizit bei 5,1%. Sollte das Haushaltsgesetz nicht vom Parlament verabschiedet werden, müsste die Regierung die Finanzierung ausweiten, was das französische Schuldenrisiko weiter offenlegt.
Simon White ist jedoch der Ansicht, dass die fiskalische Lage in den USA bedenklicher ist als die in Frankreich.
Die US-Staatsverschuldung beträgt 122% des BIP, das Haushaltsdefizit 5,6% des BIP und die jährlichen Zinsausgaben übersteigen 1 Billion US-Dollar. Entscheidend ist: Nach Abzug der Zinsausgaben weist die USA das größte strukturelle Defizit unter den führenden Volkswirtschaften auf, was darauf hindeutet, dass das Ungleichgewicht nicht allein durch hohe Zinsen verursacht wird, sondern tiefere strukturelle Ursachen hat.
Ein andauerndes strukturelles Defizit bedeutet, dass die US-Schuldenlast weiter steigt, solange Einnahmen und Ausgaben nicht in den Überschuss drehen oder das nominale BIP-Wachstum dauerhaft unter den Refinanzierungskosten bleibt. Inflation und niedrige Zinsen können den Druck nur zeitweise mildern, bleiben aber keine nachhaltige Lösung für das fiskale Ungleichgewicht.
Die fiskalischen Vorteile der USA werden zunehmend erodiert
Im Vergleich zu Frankreich hat die USA zwei wesentliche Vorteile: eine unabhängige Geldpolitik und den US-Dollar als globale Reservewährung. Dies verschafft den USA bessere Finanzierungsmöglichkeiten und mehr fiskalische Flexibilität.
Laut Simon White geraten diese Vorteile jedoch zunehmend unter Druck. Einerseits wird die Geldpolitik der Federal Reserve immer stärker durch die fiskalischen Erfordernisse beeinflusst; andererseits untergräbt die aktuelle Regierungspolitik in den USA das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in die Rolle des US-Dollars als globale Reservewährung.
Sollte eine konsequente fiskalische Konsolidierung weiterhin ausbleiben, könnten die USA allmählich in eine ähnliche Lage wie Frankreich geraten: Wenn sich Schuldenausweitung und politische Einschränkungen gegenseitig verstärken, werden sich die Marktsorgen nicht nur auf das Defizit selbst konzentrieren, sondern auch darauf, ob die Regierung die Fähigkeit und den Willen hat, die Schulden zu stabilisieren.
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