Chanos sagt, dass es eine Kursdifferenz von 80 Milliarden US-Dollar zwischen Strategy und Bitcoin gibt.
Der bekannte Shortseller James Chanos erklärte, dass zwischen Strategy und seinen gehaltenen Bitcoin ein „handelbarer Preisunterschied“ von etwa 8 Milliarden US-Dollar bestehe. Diese Aussage rückt die Marktfokussierung erneut auf die schon lange bestehende Bewertungsdivergenz zwischen MSTR und Bitcoin.
Etwa 847.000 Bitcoin im Bestand
Bis zum 18. August hielt Strategy etwa 847.363 Bitcoin. Bei einem Bitcoin-Preis von rund 64.000 US-Dollar beläuft sich der Marktwert dieses Vermögens auf circa 54 Milliarden US-Dollar.
Laut Chanos könnte die Bewertung von Strategy am Aktienmarkt erheblich vom Marktwert der Bitcoin-Bestände abweichen. Diese Abweichung bedeute jedoch nicht, dass beides einfach gleichgesetzt werden könne, denn der Kauf von MSTR sei nicht dasselbe wie der direkte Besitz von Bitcoin.
Wer MSTR hält, hält nicht automatisch BTC
Seiner Ansicht nach bedeutet das Halten von Strategy-Aktien, neben der Bitcoin-Exponierung auch gleichzeitig die Risiken der Unternehmensschulden, Vorzugsaktien, Finanzierungskosten, der Softwaregeschäftsentwicklung sowie die Auswirkungen von Entscheidungen des Managements zu tragen.
Das heißt, der Preis von MSTR wird nicht nur von den Schwankungen des Bitcoin beeinflusst, sondern spiegelt auch Veränderungen in der Kapitalstruktur und der operativen Entwicklung des Unternehmens wider. Eine vollständige Übereinstimmung mit dem Spot-Bitcoin ist daher kaum möglich.
Chanos hat MSTR bereits geshortet
Chanos hat schon zuvor öffentlich Zweifel an der Bewertung von Strategy geäußert. Er war der Ansicht, dass MSTR zeitweise einen zu hohen Aufschlag gegenüber den gehaltenen Bitcoin aufwies, und legte 2025 seine Handelsstrategie offen: MSTR leerverkaufen und gleichzeitig Bitcoin kaufen.
Berichten zufolge begannen Chanos und Chanos & Co. Ende 2024 mit dem Aufbau dieser Position; die ersten Short-Trades fanden etwa zwischen Oktober und November 2024 statt. Im November desselben Jahres stieg das Multiple von MSTR im Vergleich zum Wert der Bitcoin-Bestände zeitweise auf über das Dreifache.
Allerdings wurde dieses Hedge-Geschäft nicht langfristig gehalten. Chanos verließ die betreffenden Positionen im November 2025, und Chanos & Co. schlossen die Hedge-Position zwischen MSTR und Bitcoin am 7. November ab.
Frühere Shortselling-Beispiele
Chanos ist für seine Shortselling-Aktivitäten an den Märkten bekannt; eines seiner bekanntesten Beispiele ist der Fall Enron. Im Jahr 2000 begann er mit der Untersuchung des Unternehmens, da einige Werte in dessen Finanzberichten wirtschaftlich nicht plausibel erschienen.
Später setzte er auch auf fallende Kurse von Luckin Coffee. Luckin gab daraufhin bekannt, dass im Jahr 2019 rund 310 Millionen US-Dollar Umsatz fingiert waren. Auch Wirecard ist ein prominentes Beispiel: Chanos war damals der Meinung, dass das tatsächliche Gewinnpotenzial dieses deutschen Zahlungsdienstleisters weit unter den Außendarstellungen lag.
Diese jüngste Aussage enthält keine neuen Handelsanweisungen, verdeutlicht jedoch erneut die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten am Markt hinsichtlich der Bewertungsstruktur von Strategy. Die Beziehung zwischen MSTR und Bitcoin bleibt somit weiterhin mehr als nur eine bloße Preisabbildung.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Apple unterzeichnet seltenen 3- bis 5-Jahres-Vertrag für NAND-Speicher ohne Preisobergrenze, KI verdrängt Kapazitäten und verschiebt Verhandlungsmacht im Speicherbereich
Apple befindet sich in Verhandlungen mit Kioxia über Langzeitverträge für NAND-Flashspeicher mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren, wobei möglicherweise keine Preisobergrenze festgelegt wird. Dies kennzeichnet einen Wandel in der Beschaffungslogik von „Preisdruck + mehreren Quellen“ hin zu „Mengenbindung + Langzeitverträgen“. Dieser Wechsel resultiert aus dem intensiven Wettbewerb um Speicherkapazitäten bei AI-Datacenter-Kunden, wodurch Apple gezwungen ist, die Versorgung vorrangig zu sichern. Die Preissetzungsmacht für Speicherchips verschiebt sich derzeit von den Käufern zu den Verkäufern, und die Dauer dieses Speicherzyklus könnte die traditionellen Erwartungen des Marktes übersteigen.

Argus hebt das Kursziel für Dell auf 560 US-Dollar an
