Trump und Waller führen „häufige Telefonate“, sorgt für Aufmerksamkeit – Weißes Haus: Präsident respektiert sowohl die Unabhängigkeit der Fed als auch das Recht, seine Meinung zu äußern
Laut jüngsten Berichten hat Trump seit Amtsantritt von Walsh vor weniger als drei Monaten häufig mit ihm telefoniert und ihn um seine Einschätzung zur Lage im Iran, zur Entwicklung von KI und zu deren wirtschaftlichen Auswirkungen gebeten. Obwohl bisher unklar ist, ob die beiden auch über Geldpolitik gesprochen haben, wird in den Berichten vermutet, dass dies ein weiteres Anzeichen dafür ist, dass Trump versucht, größeren Einfluss auf die Federal Reserve auszuüben.
Die Kommunikationsfrequenz zwischen dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Walsh, und dem US-Präsidenten Trump entwickelt sich zu einem neuen Fokus für die Aufmerksamkeit der Märkte.
In den letzten zwei Tagen berichteten mehrere Medien darüber, dass Trump seit Walsh die Leitung der Federal Reserve übernommen hat, mehrfach mit ihm telefoniert hat. Im Bericht vom Donnerstag, dem 6., Ortszeit wurde erwähnt, dass das Weiße Haus die häufigen Kontakte zwischen beiden nicht dementiert hat, sondern durch Sprecher Kush Desai eine Erklärung veröffentlichte, in der betont wird, dass Trump Walsh einerseits ausreichend Raum zur Umgestaltung der Federal Reserve gegeben habe, und andererseits das Recht habe, seine Ansichten zu Angelegenheiten der Federal Reserve öffentlich zu äußern. Zudem wurde erneut bekräftigt, dass Trump als Präsident der Vereinigten Staaten mehrfach die Unabhängigkeit der Federal Reserve respektiert habe.
Diese Reaktion bedeutet, dass das Weiße Haus versucht, die Sorgen des Marktes bezüglich politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik zu entschärfen und erneut die Unabhängigkeit der Federal Reserve bei Entscheidungsprozessen hervorhebt.
Reaktion des Weißen Hauses: Trump gibt Walsh ausreichend Raum und respektiert die Unabhängigkeit der Federal Reserve
Bloomberg berichtete am Donnerstag, nachdem bekannt wurde, dass Trump häufig Walsh anruft, veröffentlichte der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, eine E-Mail-Erklärung:
„Präsident Trump hat wiederholt betont, dass er Chairman Walsh ausreichend Raum gibt, um das Vertrauen der Märkte in die Entscheidungsfähigkeit und Professionalität der Federal Reserve wiederherzustellen.“
Die Erklärung erläutert außerdem:
„Der Präsident hat als US-Bürger das durch den ersten Verfassungszusatz garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung und trägt als Oberbefehlshaber die Verpflichtung, zu Angelegenheiten der Federal Reserve eine eigene Position zu vertreten; der Präsident hat aber auch mehrfach betont, dass er Chairman Walsh und der Federal Reserve die Wahrung ihrer Unabhängigkeit unterstützt.“
Dies ist das erste Mal, dass das Weiße Haus offiziell darauf reagiert, dass Trump und Walsh privat häufig miteinander Kontakt haben.
Beachtenswert ist, dass die Erklärung die häufigen Telefongespräche zwischen beiden nicht dementiert, sondern den Fokus auf Trumps „Raum für Walsh“ und „Respekt für die Unabhängigkeit der Federal Reserve“ legt und damit versucht, Bedenken über einen möglichen Einfluss des Weißen Hauses auf die geldpolitischen Entscheidungen zu beantworten.
Wall Street Journal deckt auf: Trump hat nach Amtsantritt mehrfach Kontakt zu Walsh gesucht
Bloomberg beruft sich auf Insider und berichtet, dass Trump seit der Bestätigung von Walsh als Vorsitzender der Federal Reserve im Mai mehrfach mit ihm gesprochen hat. Trump erkundigte sich nach Walshs Prognosen und Meinung, übte jedoch keinen Druck aus, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen. Ein Insider sagte, die Gespräche seien unregelmäßig, ein anderer meinte, die Frequenz sei nicht hoch.
Ob Trump und Walsh tatsächlich geldpolitische Fragen erörtert haben, ist derzeit unklar, doch der Bericht wertet dies als das jüngste Anzeichen dafür, dass Trump versucht, seinen Einfluss auf die Federal Reserve zu vergrößern.
Am Vorabend dieser Meldung veröffentlichten Nick Timiraos, bekannt als „neuer Federal Reserve-Korrespondent“, und seine Kollegen im Wall Street Journal einen exklusiven Bericht, in dem sie angaben, dass Trump in den weniger als drei Monaten seit Walsh als Vorsitzender der Federal Reserve fungiert, häufig Kontakt zu ihm gehalten hat und damit mit der in den letzten Jahren üblichen Zurückhaltung der US-Präsidenten gegenüber privaten Kontakten mit dem Vorsitzenden der Federal Reserve bricht.
Der Bericht erläuterte, dass Trumps Anrufe keinen festen Rhythmus hätten – manchmal mehrere Male binnen weniger Tage, gefolgt von einer längeren Pause.
Laut Insidern hat Trump während dieser Telefongespräche keine Diskussionen über Zinspolitik geführt, sondern hauptsächlich Walshs Meinungen zu Themen wie der Lage im Iran, der Entwicklung von KI und deren wirtschaftlichem Einfluss eingeholt.
Das Wall Street Journal betont, dass Trump, im Gegensatz zu seiner vorherigen öffentlichen scharfen Kritik am früheren Vorsitzenden Powell und der Forderung nach Zinssenkungen, Walsh öffentlich unterstützt hat. Walsh himself teilte ebenfalls mit, dass er sich nicht von politischem Druck beeinflussen lasse und die Federal Reserve ihre Aufgaben unabhängig wahrnehmen werde.
Markt bleibt auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve fokussiert
Obwohl das Weiße Haus betont, dass Trump die Unabhängigkeit der Federal Reserve respektiert, sorgt die häufige, informelle Kommunikation zwischen Präsident und dem amtierenden Vorsitzenden der Federal Reserve weiterhin für Diskussionen über die Unabhängigkeit der Zentralbank auf den Märkten.
Das Wall Street Journal hebt hervor, dass frühere US-Präsidenten grundsätzlich private Kontaktaufnahmen mit dem Chairman der Federal Reserve vermeiden, um Zweifel an politischem Einfluss auf die Geldpolitik zu verhindern. Einige demokratische Senatoren haben zudem die Transparenz der Kommunikation zwischen beiden in Frage gestellt.
Insider betonen jedoch, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass Trump in den Telefonaten direkt gefordert hat, die Zinspolitik anzupassen, und das Weiße Haus hat in seiner Erklärung erneut bestätigt, dass die Federal Reserve weiterhin unabhängig ihre Geldpolitik festlegen kann.
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