KI-Handel-Turbulenzen belasten US-Aktien! Europäische Aktien zeigen Stärke und werden zum neuen Zufluchtsort für globale Investoren.
In den letzten Wochen waren die europäischen Aktienmärkte die einzigen unter den wichtigsten globalen Märkten, in denen sich die Risikobereitschaft deutlich verbessert hat.
Wie die APP von Golden Ten Data berichtet, hat das globale Aktienmarktgefüge in letzter Zeit eine deutliche Aufspaltung erfahren. Während KI-bezogene Handelsaktivitäten die US-Börsen erheblich beeinträchtigen, trotzen die europäischen Aktienmärkte dem Trend und steigen gegen den Strom. Citigroup-Strategen betonen, dass die europäischen Märkte in den letzten Wochen das einzige große Segment waren, in dem die Risikobereitschaft weltweit deutlich zunahm. Hauptsächlich liegt dies an Zuflüssen von zusätzlichem Kapital sowie Unternehmensergebnissen, die die Erwartungen übertrafen.
Der Citigroup-Stratege David Chew schreibt im Bericht, dass sich die Stimmung bei den europäischen Leitindizes in der vergangenen Woche deutlich erholt hat, während die Indikatoren auf dem US-Markt einen Vertrauensrückgang zeigten. In Asien führen KI-bezogene Bedenken zu einer ausgeprägten Differenzierung in den Portfolios, und der südkoreanische Leitindex befindet sich bereits im tiefen Bärenbereich.
Chew sagt: „Im gesamten Juli blieb die Positionierung beim European STOXX Index außergewöhnlich stabil, was im starken Kontrast zu den intensiven Positionsänderungen bei den US-Indizes steht und verdeutlicht, dass Europa von KI-bezogenen Risiken relativ unbeeinflusst bleibt. Die aktuelle Portfolioaufstellung ist weiterhin solide und nicht überhitzt.“
Die Strategen weisen darauf hin, dass die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Zinssätze unverändert zu lassen, ebenfalls die europäischen Märkte unterstützte. Zudem übertraf die Gesamtergebnislage in dieser Berichtssaison die Erwartungen deutlich. Daten zeigen, dass der Gewinn der STOXX 600-Komponenten nach fast zwei Jahren ohne Wachstum im zweiten Quartal um 19% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.
Das Gewinnwachstum wirkt sich auf die europäischen Aktienmärkte stärker aus als auf die US-Börsen

Zusätzlich zu den makroökonomischen und fundamentalen positiven Aspekten treibt das Verhalten der Marktteilnehmer die europäischen Indizes weiter nach oben. Chew unterstreicht, dass der Anstieg des deutschen Leitindex DAX teilweise auf einen Short-Squeeze zurückzuführen ist, bei dem Anleger ihre zuvor gehaltenen Short-Positionen zurückkaufen.
Er erklärt: „Derzeit sind viele Short-Positionen in Verlust geraten. Sollte die Aufwärtsdynamik anhalten, könnte der Index leicht durch weitere Rückdeckung von Short-Positionen profitieren.“
Angesichts der Turbulenzen im KI-Sektor bevorzugen Investoren europäische Märkte, die fundamental stabil sind und weniger thematische Störungen aufweisen. Amelie Derambure, Senior Multi-Asset Portfolio Manager bei Amundi, dem größten europäischen Asset-Manager, erklärte kürzlich: „Wir haben unsere US-Positionen bereits vor der Berichtssaison reduziert und einen Teil unseres Portfolios nach Europa umgeschichtet. Wir sind hinsichtlich der zu starken Konzentration auf KI-Themen und deren Gewicht besorgt und erwarten, dass Europa seine hohen Gewinnprognosen erfüllt – und das wurde bewiesen.“
Letzte Woche stieg der STOXX 600-Index um 0,7%, und seit Anfang Juni liegt das Plus bei fast 5%. Im gleichen Zeitraum blieb der S&P 500 nahezu unverändert.
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