Die Rettung des Yen ist die Rettung des US-Dollars.
Am 31. Juli führte die New Yorker Fed über Goldman Sachs und Morgan Stanley eine Intervention zum Kauf von Yen durch. Schon das ist selten – das letzte Mal, dass die USA selbst eingriffen, um den Yen zu stützen, war während der Asienkrise 1998. Doch noch bemerkenswerter sind zwei ungewöhnliche Entscheidungen, die in dieser Aktion verborgen liegen.
Erstens: Die USA kauften Yen und zahlten mit Euro.
Um Yen zu kaufen, wäre der direkteste Weg, US-Dollar-Assets zu verkaufen. Im US-Schatz gibt es keinen Mangel an US-Staatsanleihen. Doch Washington schlug einen Umweg ein – sie verkauften ihren eigenen Euro-Reserven, um dafür Yen zu bekommen.
Warum dieser Aufwand? Es gibt nur eine Antwort: Niemand soll US-Staatsanleihen verkaufen müssen.
Würde die USA selbst US-Staatsanleihen abstoßen, um Mittel zu beschaffen, würde das Angebot steigen, die Preise fallen und die Renditen steigen – genau das, was Washington am meisten fürchtet. Und sollte auch Japan zur Mittelbeschaffung US-Staatsanleihen verkaufen (Japan ist mit rund 1,19 Billionen US-Dollar der weltweit größte ausländische Halter), wären die Auswirkungen noch größer. Die Wahl des Euro diente genau dazu, die US-Staatsanleihen gar nicht erst zu tangieren.
Zweitens: Fast zeitgleich forderte Bessent, für Japan einen Zugang zu schaffen, um „ohne Verkauf von US-Staatsanleihen an Dollar zu kommen“.
Am selben Tag, als die Intervention bestätigt wurde, rief Bessent in sozialen Medien öffentlich zur „Erweiterung“ eines Fed-Instruments namens FIMA auf. Vereinfacht gesagt: Ausländische Zentralbanken können ihre US-Staatsanleihen bei der Fed hinterlegen und erhalten im Gegenzug kurzfristig US-Dollar, die nach Gebrauch wieder zurückgetauscht werden – ohne, dass auch nur eine US-Staatsanleihe auf dem Markt verkauft wird.
Mit dem Kauf von Yen gegen Euro einerseits und einem „Ohne-Verkauf-von-US-Staatsanleihen“-Kanal für Japan andererseits verfolgen diese beiden Schritte das gleiche Ziel: Die Probleme des Yens sollen nicht zu Problemen bei den US-Staatsanleihen werden.
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