Situational Awareness verliert im Juli 67 % und verkauft ein öffentliches Portfolio im Wert von 16 Milliarden Dollar an Citadel aufgrund von Margin Call-Chaos.
Der Hedgefonds, der zum Synonym für das KI-Geschäft wurde, hat gerade eine brutale Lektion in Sachen Leverage gelernt. Situational Awareness, der von dem 24-jährigen ehemaligen OpenAI-Forscher Leopold Aschenbrenner geleitete Fonds, verlor im Juli etwa 67 % seines Wertes und war gezwungen, den Großteil seiner börsennotierten Beteiligungen an Citadel zu verkaufen, um Margin Calls seiner Prime Broker zu bedienen.
Das an Citadel verkaufte Portfolio wurde mit etwa 16 Milliarden US-Dollar bewertet. Berichten zufolge erwarb der Käufer es mit einem Abschlag von rund 10 %.
Von 439 % Rendite zu Margin Calls
Situational Awareness erzielte durch konzentrierte Long-Positionen in KI-Hardware und Halbleiterwerten, darunter SK Hynix, Nebius und Micron, bis Juni 2026 eine atemberaubende Rendite von 439 %.
Diese Performance katapultierte das vom Fonds verwaltete Vermögen bis Anfang Juli auf einen Höchststand von etwa 45 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Ein Team von rund 12 Personen verwaltete damit mehr Kapital als die meisten etablierten Multi-Strategie-Unternehmen über Jahrzehnte hinweg aufbauen.
Dann kam der Juli. Ein breiter Abschwung bei KI-Infrastrukturaktien kehrte die gehebelten Wetten des Fonds mit atemberaubender Geschwindigkeit ins Gegenteil. Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan, die Prime Broker des Fonds, stellten Margin Calls, die Aschenbrenner vor zwei Möglichkeiten stellten: Liquidität finden oder alles verkaufen.
Der Liquidationsprozess wurde bis zum 30. Juli abgeschlossen.
Citadel übernimmt die Aufräumarbeiten
Citadel übernahm für etwa 16 Milliarden US-Dollar notleidende KI-Aktienpositionen mit einem Abschlag von rund 10 %. Der KI-Sektor hatte im Zuge des Abschwungs bereits rund 3 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren.
Trotz des Desasters ist Situational Awareness nicht tot. Das verbleibende Portfolio des Fonds beläuft sich auf etwa 10 Milliarden US-Dollar und liegt im laufenden Jahr immer noch rund 80 % im Plus, vor allem dank beibehaltenen privaten Beteiligungen, darunter ein Anteil an Anthropic.
Das Problem mit Leverage
Die Strategie von Aschenbrenners Fonds kombinierte aggressive Long-Positionen in KI-Hardwarewerten mit Short-Positionen in Softwareaktien. Bewegte sich der gesamte KI-Sektor gleichzeitig gegen die Long-Seite, reichte das Short-Portfolio offenbar nicht aus, um die Verluste auszugleichen.
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