GameStop tauscht Wandelanleihen im Wert von 1,4 Milliarden Dollar gegen Stammaktien und reduziert damit seine Schuldenlast auf Kosten einer Verwässerung.
GameStop hat soeben einen der größten Schulden-gegen-Aktien-Tausche der jüngeren Vergangenheit durchgeführt und sich bereit erklärt, etwa 1,4 Milliarden US-Dollar an wandelbaren vorrangigen Anleihen gegen Aktien seiner Class A Stammaktie einzutauschen. Das Unternehmen verhandelte die Abkommen privat mit ausgewählten Anleihegläubigern und stornierte dabei die Schulden, ohne einen einzigen Dollar in bar zu erhalten.
Der Tausch umfasst etwa 400 Millionen US-Dollar ihrer 0,00% wandelbaren vorrangigen Anleihen mit Fälligkeit 2030 sowie etwa 1,0 Milliarde US-Dollar derjenigen mit Fälligkeit 2032. Anders gesagt: GameStop gab den Anleihegläubigern frisch ausgegebene Aktien anstelle der Verpflichtung, ihnen in einigen Jahren Milliarden zahlen zu müssen.
Die Zahlen hinter dem Tausch
Vor dieser Transaktion hatte GameStop 1,3 Milliarden US-Dollar an Anleihen mit Fälligkeit 2030 und 2,25 Milliarden US-Dollar mit Fälligkeit 2032 ausgegeben. Nach dem Umtausch verbleiben beim Unternehmen etwa 1,1 Milliarden US-Dollar an 2030er-Anleihen und 1,7 Milliarden US-Dollar an 2032er-Anleihen im Umlauf.
Die Anleihen hatten einen Kupon von 0,00%, das heißt, GameStop zahlte traditionell keine Zinsen darauf. Hierbei handelt es sich um Nullkupon-Wandelanleihen, deren Wert sich aus der Option ergibt, sie zu einem festgelegten Preis in Eigenkapital zu wandeln.
Warum GameStop das jetzt macht
Die Emission der wandelbaren Anleihen im Jahr 2025 war selbst Teil einer umfassenderen Strategie. GameStop nahm durch diese Angebote Milliarden ein, wobei ein Teil der Erlöse für den Erwerb von Bitcoin als Reservevermögen vorgesehen war. Damit stellte sich das Unternehmen in eine Reihe mit MicroStrategy (jetzt Strategy) und anderen Firmen, die Bitcoin eher als Bilanzvermögen denn als spekulativen Handel betrachten.
Was das für Investoren und den Krypto-Bezug bedeutet
Für bestehende GameStop-Aktionäre ist die unmittelbare Sorge die Verwässerung. Mehr umlaufende Aktien bedeuten, dass sich der Gewinn pro Aktie auf mehr Anteile verteilt.
Mit 1,4 Milliarden US-Dollar weniger an langfristigen Verbindlichkeiten hat GameStop nun mehr Spielraum. Das Unternehmen verfügt jetzt über eine schlankere Kapitalstruktur, auch wenn dies auf Kosten einer Verwässerung der Aktionäre geht.
Das Risiko besteht darin, dass GameStop nun auf mehreren Ebenen verwundbarer ist. Sollte Bitcoin deutlich an Wert verlieren, leidet die Unternehmensreserve. Und wenn die verbleibenden 2,8 Milliarden US-Dollar an wandelbaren Anleihen letztlich umgewandelt werden, droht den Aktionären eine weitere Verwässerungswelle.
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