Eurozone: Dienstleistungen-PMI und Inflationsrisiken – BNY
Geoff Yu von BNY argumentiert, dass das Ausbleiben weiterer Straffungen durch die Fed die globalen finanziellen Bedingungen entspannt und teilweise die Straffungen der Europäischen Zentralbank (ECB) ausgleicht. Dennoch bleiben die europäischen Inflationsdynamiken von denen der USA deutlich verschieden. Der Bericht bevorzugt Long-Positionen bei den europäischen Zinssätzen, warnt jedoch davor, dass steigende Service-PMIs, erhöhte Inputkosten und Margendruck eine nachhaltige Nachfrageerholung untergraben und Stagflationsrisiken für die Eurozone darstellen könnten.
Europäische PMIs und Positionsverhalten bei Zinssätzen
„Das Ausbleiben zusätzlicher Straffungen durch die Fed hat zu Hoffnungen auf weltweit einfachere finanzielle Bedingungen geführt und zum Teil die Straffungen der ECB über den externen Kanal ausgeglichen. Sinkende Preise für auf Dollar lautende Rohstoffe werden sich negativ auf die Margen auswirken, aber solange kein klarer Einblick auf den Konflikt besteht, werden die Zinsmärkte die aktuell für das Jahresende eingepreisten zusätzlichen 45 Basispunkte kaum entfernen.“
„Solange dieses Gleichgewicht besteht, bevorzugen wir einen weiteren Ausbau der Long-Positionen bei europäischen Zinssätzen, was finanzielle Bedingungen auf den Margen ebenfalls erleichtern wird. Wir betonen, dass die europäische Inflationssituation sich grundsätzlich von der der USA unterscheidet, wo die Nachfrage wesentlich durch das Investitionswachstum getragen wird.“
„Ausgehend von den Eurozone-PMI-Daten sprechen die Fundamentaldaten hinter der Erholung im Dienstleistungssektor nicht für einen nachhaltigen Nachfrageschub. Schwächere Preise haben zur Erholung beigetragen, aber die Wirkung von Preisänderungen wird überschätzt.“
„Auch nach der Umsetzung der Waffenruhe blieben die Inputpreise beim Dienstleistungs-PMI auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2024. Die Differenz zwischen Input- und Abgabepreisen ist nun so groß wie seit fast drei Jahren nicht mehr, was auf erheblichen Margendruck im gesamten Sektor hindeutet.“
„Für ein Land mit den schlechtesten Realzinsen unter den Emerging Markets, und das mit deutlichem Abstand, wird sich der Ausblick für die Währung weiter verschlechtern.“
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