Die Trump Media Group hat einen hochpreisigen kostenpflichtigen Datenservice eingeführt, was zu Marktzweifeln und regulatorischen Kontroversen geführt hat.
Quelle: Global Market Broadcast
Trump Media & Technology Group hat kürzlich offiziell einen unter dem Namen „Truth API“ firmierenden unternehmensweiten Daten-Interface-Service eingeführt und verkauft Finanzinstituten sowie professionellen Investoren Zugangsrechte für Echtzeitdaten bestimmter Accounts der Social-Media-Plattform „Truth Social“. Da dieser Service zahlenden Nutzern ermöglicht, frühzeitig Aussagen von Schlüsselkonten, darunter dem US-Präsidenten Donald Trump, zu erhalten und die monatliche Abonnementgebühr Schätzungen zufolge mehrere zehntausend Dollar beträgt, löste dies umgehend in der Wall Street, der Wissenschaft und der Rechtsbranche starke Bedenken bezüglich Insiderhandel, Marktunfairness und Interessenkonflikten zwischen Politik und Wirtschaft aus.
Der Dienst für diesen Daten-Interface-Service ist am 1. August für institutionelle Kunden in den USA verfügbar geworden. Abonnenten erhalten über das Interface Push-Daten mit Millisekunden-Präzision, darunter Updates von Trumps persönlichem Account, der regelmäßig Kommentare zu makroökonomischen und geopolitischen Themen abgibt und so Marktbewegungen auslöst. Kevin McGurn, amtierender CEO von Trump Media & Technology Group, räumte in einer öffentlichen Erklärung ein, dass die Kommentare der Plattform direkte Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Die Einführung des Interface ziele darauf ab, durch hoch profitable wiederkehrende Einnahmen die proprietären Vermögenswerte des Unternehmens zu kommerzialisieren. Medienberichten zufolge liegen die monatlichen Abonnementkosten des Services voraussichtlich zwischen 60.000 und 100.000 US-Dollar.
Das Geschäftsmodell hat umgehend Kritik aus verschiedenen Bereichen erfahren. Fachleute aus Recht und Finanzwesen sind der Ansicht, dass Informationen, die mit Staatsführung und Makropolitik in Zusammenhang stehen, über einen kostenpflichtigen Kanal vorzeitig an ausgewählte Kapitalgruppen weiterzugeben, die Grundsätze der Fairness am Kapitalmarkt schwerwiegend verletzt. Finanzautor James Surowiecki betonte, dass Trump als Amtsträger die ihm im Zuge seiner Amtsausübung zur Verfügung stehenden oder bald veröffentlichten politischen Informationen kommerziell vergütet und damit möglicherweise gegen die Trust-Verpflichtung der US-Regierung und Insiderhandelsvorschriften verstößt; institutionelle Käufer dieser Datenquelle laufen ebenfalls Gefahr, sich rechtlich angreifbar zu machen. Vertreter des „Center for Economic and Policy Research“ und des Brokers Themis Trading hoben hervor, dass der Zeitvorteil solcher Informationen es Investoren mit Hochfrequenzhandelssystemen ermöglicht, im Markt ungerechtfertigte Vorteile zu erzielen und damit die rechtmäßigen Interessen gewöhnlicher Privatanleger zu beeinträchtigen.
Zudem äußerten einige Marktstrategen Zweifel am tatsächlichen kommerziellen Wert und den politischen Auswirkungen dieses Datenservices. Vuk Vuković, Gründer von Oraclum Capital, wies durch Datenmodellanalysen darauf hin, dass die Äußerungen der betreffenden Social-Media-Konten von zahlreichen wirkungslosen Störgeräuschen durchsetzt sind und der Markt in den allermeisten Fällen nicht konkret reagiert. Es ist laut ihm kaum möglich, durch reflexhafte Arbitrage auf dieser Grundlage kontinuierliche Gewinne zu erzielen. Shaun Maguire, Partner bei Sequoia Capital, und andere Vertreter aus Politik und Wirtschaft merkten an, dass der Verkauf von vorrangigem Zugang zu solchen Informationen zu hohen Preisen die Ernsthaftigkeit politischer Kommunikation untergräbt und erhebliche Defizite in den Bereichen Compliance und Risikokontrolle des Unternehmens offenlegt.
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