Blue Wallet fügt in Version 8.0.0 die Funktion für benutzerdefinierte Entropie zur Bitcoin-Schlüsselerzeugung hinzu
Die meisten Menschen vertrauen darauf, dass ihr Handy einen sicheren Bitcoin Private Key generiert. BlueWallet gibt den Nutzerinnen und Nutzern jetzt die Möglichkeit, das selbst in die Hand zu nehmen.
Die Version 8.0.0 von BlueWallet, veröffentlicht am 10. Juni 2026, führt eine Funktion für manuelle Entropie ein, mit der Nutzerinnen und Nutzer eigene Zufälligkeit in den Wallet-Erstellungsprozess einbringen können. Dies bedeutet in der Praxis, Münzen zu werfen, Würfel zu rollen oder beides zu tun, bevor die Seed Phrase überhaupt generiert wird.
Was das eigentlich bewirkt
Jede Bitcoin Wallet beginnt mit einer Zufallszahl. Diese Zahl steuert, sobald sie in eine Seed Phrase umgewandelt wurde, den Zugriff auf die eigenen Mittel – und zwar für immer. Ist die Zufälligkeit schwach, vorhersehbar oder auf irgendeine Weise kompromittiert, kann auch der daraus resultierende Schlüssel beeinträchtigt sein.
Standard-Wallet-Apps verlassen sich beim Erzeugen dieser Zufälligkeit auf den eingebauten Zufallszahlengenerator des Geräts, einen sogenannten Software-RNG.
Wer beim Wallet-Setup in den Erweiterten Modus wechselt, kann die Entropie manuell eingeben – durch das Werfen von Münzen oder das Würfeln mit Würfeln (wahlweise 6- oder 20-seitigen). Das Ziel sind 256 Bit Entropie. Das ist der Standardwert zur Erzeugung einer sicheren Bitcoin Seed Phrase. Liegt die manuelle Eingabe unter diesem Ziel von 256 Bit, ergänzt die App die fehlende Entropie automatisch über den System-RNG des Geräts.
Warum manche Bitcoin-Nutzende Wert darauf legen
Skepsis gegenüber Software-RNGs ist nichts Neues. Die Bitcoin-Community diskutiert dieses Thema seit mindestens 2020.
Manuelle Entropie schließt diese Lücke. Würfelwürfe und Münzwürfe sind physische Prozesse. Ihre Ergebnisse sind beobachtbar, überprüfbar und hängen von keiner Softwareebene ab.
BlueWallet hebt die Option für manuelle Entropie auch im Leitfaden zur Erstellung eines Offline-Cold-Wallets hervor. Das unterstreicht die Positionierung als Feature für sicherheitsbewusste Nutzerinnen und Nutzer, die eine langfristige Lagerungslösung anstreben, und sich nicht auf Hot Wallets für tägliche Ausgaben konzentrieren.
Welche Rolle das im Wallet-Ökosystem spielt
BlueWallet ist Open Source, für iOS und Android verfügbar und fokussiert sich ausschließlich auf Bitcoin, nicht auf DeFi-Integrationen oder Unterstützung für Token.
Hardware-Wallets wie Coldcard bieten seit Jahren Optionen für manuelle Entropie. Dass BlueWallet diese Fähigkeit in einer Software-Wallet bereitstellt, verringert eines der traditionellen Argumente für die ausschließliche Nutzung von Hardware-Cold-Storage.
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