Goldman Sachs Präsident: Inflation ist der „wichtigste Risikofaktor“ in der aktuellen Wirtschaft
Am 29. Mai erklärte John Waldron, Präsident und Chief Operating Officer von Goldman Sachs, auf der Bernstein Strategic Decisions Conference in New York, dass die Inflation derzeit das „größte Einzelrisiko“ für die Wirtschaft sei und auch seine persönliche größte Sorge darstelle. Waldron, der bei Goldman Sachs die Nummer zwei nach CEO David Solomon ist, warnte, dass ein weiterer Anstieg der globalen langfristigen Zinssätze die Gesamtkapitalkosten erhöhen und die Konsumausgaben dämpfen werde, was weitreichende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte. Das U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA) meldete am Donnerstag, dass der Kern-PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, im April im Jahresvergleich um 3,8 % gestiegen ist – und damit den höchsten Stand im Jahr 2023 erreicht hat; deutlich über dem Zielwert der Fed von 2 %. Infolgedessen hat der Anleihenmarkt erneut Alarm geschlagen: Die aktuellen Zinssätze könnten nicht ausreichen, um die Inflation einzudämmen. Laut CME FedWatch-Daten deuten die Marktpreise darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinssätze in diesem Jahr anhebt, auf 50,5 % gestiegen ist und damit die 49%-Chance eines Beibehaltens übertroffen hat. Ein Schlüsselfaktor für die derzeitige Hartnäckigkeit der Inflation ist der von künstlicher Intelligenz getriebene Infrastrukturbau, der gegenüber Zinssätzen unempfindlich ist und so die Wirkung hoher Zinsen zur Nachfragedämpfung abschwächt.
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