Großbritannien testet die Verwendung von Stablecoins in einer regulatorischen Sandbox
Die britische Aufsichtsbehörde hat vier FinTech-Unternehmen ausgewählt, um stabilecoin-basierte Dienstleistungen innerhalb ihres Regulatory Sandbox zu testen. Die Versuche sollen im ersten Quartal 2026 beginnen.
Die britische Financial Conduct Authority (FCA) gab den Start von Pilotversuchen für Stablecoin-Innovationen bekannt und enthüllte die für die nächste Phase der Initiative ausgewählten Teilnehmer. Das Projekt zielt darauf ab, Modelle zur Ausgabe von Stablecoins unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu bewerten und dabei regulatorische Schutzmaßnahmen und Sicherheitsmechanismen anzuwenden.
Die Initiative wird im Rahmen des Regulatory Sandbox durchgeführt, wobei vier Unternehmen an den Versuchen teilnehmen:
- Revolut. Ein international tätiges FinTech-Unternehmen mit Sitz in London, das über eine mobile App digitale Bankdienstleistungen, Währungsumtausch, Kryptohandel und weitere Finanzdienste anbietet. Im Rahmen der Initiative wird das Unternehmen einen an das britische Pfund gekoppelten Stablecoin testen.
- Monee Financial Technologies. Ein britisches FinTech-Unternehmen, das Infrastruktur für die Ausgabe und den Umlauf digitaler Vermögenswerte entwickelt. Im Rahmen des Projekts wird das Unternehmen ein reguliertes Stablecoin-Emissionsmodell testen, das sich auf institutionelle Abwicklungen und Zahlungen konzentriert.
- ReStabilise. Ein in London ansässiges Digital-Asset-Startup, das sich auf regulierte Stablecoins spezialisiert hat, die durch Fiat-Reserven gedeckt sind. Im Rahmen der Initiative wird das Unternehmen die Ausgabe eines Stablecoins testen, der für Zahlungen und grenzüberschreitende Transaktionen konzipiert ist.
- VVTX. Ein Entwickler von Blockchain-Infrastruktur, der an der Schaffung eines eigenen Netzwerks für die Ausgabe digitaler Vermögenswerte arbeitet. Im Rahmen des Projekts wird das Unternehmen die Verwendung eines an das britische Pfund gekoppelten Stablecoins für Abwicklungen und Operationen auf dem Kryptomarkt testen.
Die Tests werden sich hauptsächlich auf die Ausgabe von Stablecoins konzentrieren. Die vorgeschlagenen Lösungen decken verschiedene Anwendungsfälle ab, von Einzelhandelszahlungen über Großabwicklungen bis hin zu Transaktionen auf dem Kryptomarkt. Während der Versuche erhalten die teilnehmenden Unternehmen Feedback von FCA-Experten, während die Aufsichtsbehörde Daten sammelt, um den regulatorischen Rahmen weiterzuentwickeln.
Nach Angaben von Matthew Long, dem Direktor für Zahlungen und digitale Vermögenswerte der FCA, will die Aufsichtsbehörde das Vertrauen in britische Stablecoin-Emittenten in den Bereichen Zahlungen, Clearing und Handel sicherstellen. Er betonte, dass die Initiative darauf abzielt, den Verbraucherschutz zu stärken und die Strategie der Regierung zur Entwicklung der nationalen Zahlungsinfrastruktur zu unterstützen.
Die britische Finanzaufsicht betrachtet Stablecoins als Eckpfeiler der neuen digitalen Infrastruktur und erkennt digitale Vermögenswerte als persönliches Eigentum an. Der Entwurf des Regulierungsrahmens für den Stablecoin-Sektor wurde 2025 entwickelt, die Umsetzung ist für 2026 geplant.
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